Outdoor-Ausrüstung (2)

Es mag jahreszeitlich etwas früh erscheinen, aber man kann nie früh genug anfangen, sich auf den kommenden Herbst und Winter vorzubereiten - vor allem dann nicht, wenn man nicht nur Gerät beschaffen muss, dass nicht überall zu bekommen ist, sondern es auch erproben, wieder reinigen und ggf. instandsetzen muss. Wir wollen hier Erkenntnisse zu Handschuhen, einem Innenschlafsack, einem Omnifuel-Kocher und einem Gasheizgerät sowie einem Thermossystem berichten. Jedes einzelne nichts weniger als ein erstklassiges Produkt.
Carinthia ist nur ein hochpreisiger, aber absolut zuverlässiger Hersteller von Regen- und Kälteschutzbekleidung und Schlafsäcken. Wir hatten über das System aus dem Sommerschlafsack „Tropen“ und dem „Defense 4“ berichtet, zwei olivgrüne, exzellente Schlafsäcke, die jeweils +3 Grad bzw. -15 Grad Komfortwert aufweisen und gemeinsam auf -35 Grad Komfortwert kommen. Etwa 3 bis 5 Grad fügt als drittes Element der Innenschlafsack Carinthia Grizzly hinzu. Er besteht aus 100% Polyesterfleece, wiegt 500 g und hat eine Länge von 220 cm. Er wird mit einem passenden Kompressionssack geliefert.
Die zusätzlichen Wärmewerte sind aber nicht der Hauptgrund seines Einsatzes, denn: Erstens stellt er einen leichten und bequemen Sommerschlafsack dar und zweitens und wichtiger: Er vermindert das Hygieneproblem bei längerem Einsatz der anderen Schlafsäcke. Man nimmt diesen Innenschlafsack heraus und wäscht ihn einfach, der oder die weiteren Schlafsäcke bleiben wo sie sind. Er kostet zwischen 50 und 70 Euro (Angebote bei Google Shopping vergleichen). Bevor Sie einen „Sommer-„ bzw- „Jugendherbergsschlafsack“ kaufen, kaufen Sie den Grizzly und rüsten ihn später um die beiden anderen Schlafsäcke auf. Sie haben dann eine Gesamtlösung für jede Situation und jede Witterung aus drei hochwertigen Komponenten. Ich glaube nicht, dass Sie noch einen weiteren werden kaufen müssen.
Allerdings, wo wir gerade dabei sind: Eine Isomatte wie z.B. im Winter die „Evazote Winter“ (ca. 38 Euro, fast 1 Kg Gewicht) von Globetrotter oder eine andere und auch eine Plane zum Drunterlegen (wenn es nicht ohnehin ein Biwacksack sein muss, weil Sie kein Zelt benutzen, komplettieren Ihre Schlaflösung und machen Sie kompatibel für alle Witterungen – auch eine dieser Schlammperioden, die im Osten Europas einem harten Winter folgen

Tropen, Evazote-Matte, Grizzly (vlnr)
Es ist ganz schön, wenn man geordnet im Urlaub Camping betreibt und mit einem Miniaturgaskocher arbeiten kann, der zusätzlich zur Gaskartusche praktisch nicht ins Gewicht fällt – besonders natürlich auf einem Marsch zu Fuß. Es ist nicht so schön, wenn man sich ungemütlicheren Regionen der Erde gegenübersieht und bzw. oder möglicherweise länger bleiben muss. In diesen Fällen kann nicht angenommen werden, die spezielle Gaskartusche zu bekommen. Den Kocher können Sie dann wegwerfen. Nur noch unnützes Gepäck. Notwendig ist ein Multifuel-Kocher, der viele Arten von Betriebsstoff verbrennen kann, sinnvoll ist darüber hinaus sogar ein Omnifuel-Kocher, der praktisch alle Brennstoffe verträgt – wenn auch nicht ohne Verschmutzung und Wartungsbedarf. Der Omnifuel von Primus ist so ein Beispiel. Er besteht aus einer Dreibeinkonstruktion mit Brennstoffpumpe und verträgt Diesel, Petroleum und Gas, im Extremfall sogar Kerosin. Für Flüssigbrennstoffe benötigen Sie eine entsprechende brennstoffgeeignete Flasche.
Der Reinigungsaufwand steigt mit der Ungeeignetheit des Brennstoffs natürlich stark an. Wie auch immer: Man kann den Omnifuel mit allen genannten Brennstoffen betreiben, wenn es sein muss. Er hat ein feines Regulierventil, brennt sehr leise und arbeitet mit handelsüblichen Benzinflaschen wie sie z.B. Primus selbst anbietet. Am besten man kauft eine große und eine kleine Größe, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Etwas Besseres, Zuverlässigeres und Vielseitigeres dürfte es auf dem Markt nicht geben – etwas teureres mit rund 175 Euro auch nicht. Wenn Sie ihn brauchen und ihn nicht haben, werden Sie ein Vielfaches zahlen wollen.


Getränke- (l) und Speisebehälter (Weithals; r)
Es gibt natürlich viele Thermoskannen – auch das Original mit dem Markennamen Thermos (heute auch in Fernost produziert). Aber es gibt keine so robuste und wirkungsvolle (leider auch schwere) Marke wie Stanley. Im Einsatz standen eine 1 Liter Thermoskanne für Getränk (enger Hals) und ein 0,6 Liter Thermosspeisebehälter von Stanley. Die beiden Warmhalteprodukte kosteten jeweils ca. 35 bis 40. Sie sind etwas teurer als andere Markenprodukte und viel teurer, als no name Produkte. Diese werfen Sie aber am besten weg, wenn Sie unter widrigen Bedingungen draußen sind und trotzdem warmes Essen oder heißes Getränk mitnehmen wollen. Die Produkte dieser Stanley-Classic-Linie sehen altmodisch aus und sind schwer und sie können nicht in der Waschmaschine gereinigt werden. Aber sie sind überdurchschnittlich belastbar und vor allem: sie halten überdurchschnittlich warm.
Kaufen Sie diese grünen Stanley-Behälter und stecken Sie sie in Ihren Rucksack. Sie können ihn vom Wagen werfen, darauf treten oder ihn eine Weile in irgendeiner Schneewehe liegen lassen. Sie sollten nachher die Getränke/Speisen wenn Sie heiß eingefüllt wurden auch wenigstens mit ausreichender Wärme herausholen können. Denken Sie daran: Erst den Behälter mit heißem Wasser ausspülen, dann füllen und gut verschließen (bei Kühlwunsch genau so mit eiskaltem Wasser verfahren).

Black Cat
Das GasheizgerätBlack Cat“ von Coleman mit Propangasbetrieb ist ausdrücklich nur für den Outdoorbetrieb zugelassen und bedarf einer guten Belüftung. Das erscheint natürlich widersinnig, hat aber Sinn. In einem Zelt oder einem Iglu wärmen der Schlafsack, dicke Kleidung und Nahrung (und ggf. noch eine Wärmflasche für die Nacht, wenn man empfindlich oder ein Kind ist). Auf einem zugigen Hochstand, einem Blind mitten in der Steppe oder irgendeinem lausigen Beobachtungsposten (wo die Situation nicht absolute Geräuschlosigkeit erfordert) darf man natürlich auch nicht auskühlen, kann sich möglicherweise auch nicht sehr viel mehr bewegen als im Zelt oder Iglu und darf aber nicht Schlafsack noch sehr dicke und zur Immobilität führende Kleidung anlegen. In diesen Fällen – und natürlich für kältebedingte Notfälle – hilft das Gasheizgerät „Black Cat“ von Coleman. Es wird mit Propangas betrieben und arbeitet u.a. wegen der Verwendung dieses Gases bei Temperaturen, die für viele andere Geräte das „Aus“ bedeuten (-30 Grad). Seine Heizleistung liegt bei 850 Watt. Es gibt auch einen „Blue Cat“ von Campinggaz, den man in Deutschland häufiger in den Geschäften findet. Er kostet meist das selbe, weist aber einen Unterschied auf: Er wird nicht mit Propangas betrieben und ist deshalb nicht bei so großer Kälte einsetzbar wie der Black Cat. Neben der fehlenden Einsetzbarkeit im Haus oder Zelt weist das Gerät einen anderen Nachteil auf: Der Betrieb verursacht einen unangenehmen Geruch.

Wenn man Bekleidung mit Wärmesystemen für verweichlichend hält, trifft man die Meinung des Verfassers ganz gut wieder, obwohl er genügend Nächte an unwirtlichen Orten in Eis und Schnee verbracht hat – von zugigen Hochsitzen und Drückjagdständen, dem viel kleineren Übel, ganz zu schweigen. Das einzige, was bei Sitzheizung, beheizbaren Stiefeln etc. passiert ist, dass sie aufhören, Ihren Job zu machen: warm zu bleiben (Sie wissen schon, genug Schlaf, wenn möglich; warme Nahrung; permanent Nahrung zuführen; Bewegung, wenn möglich, trockene Kleidung, Windschutz, Hygiene etc.) und das, wofür sie an dieser Stelle sind. Aber eine Ausnahme mache ich: Wenn Sie einen präzisen Einzelschuss anbringen müssen und sich nicht bewegen dürfen. Ja dann helfen Ihnen eine ganze Reihe von Kniffen nicht sehr viel weiter. Aber die Handschuhe Special Force von Heat Company, die Frankonia für rund 110 Euro in Grün und schwarz anbietet, die brauchen Sie. Ihr Körper wird die Durchblutung der Extremitäten reduzieren und sie werden weiterhin eine Optik und eine Waffe bedienen müssen, zum Scharfstellen, zum Entsichern und Sichern, zum Abziehen, zum Laden und Entladen. Die Handschuhe können Sie an den handgelenken fixieren (gute Idee nachts im Gelände) und sie haben einen Fingerhandschuh und einen Fäustling (zum Herunterklappen). In diesen Fäustling hinein können Sie einen Handwärmer geben (im Lieferumfang enthalten). Auf den ersten Blick klingt das überflüssig. Nach einigen Tagen am Bait auf der Jagd in British Columbia im Winter ändert sich diese Meinung. Und irgendwo draußen bei ernsterem Geschäft im „bunten Rock“ natürlich noch viel mehr.



Verweise
Solide Outdoor-Ausrüstung für Licht, Wärme, Nahrungszubereitung
- Jagd im Winter
- Survivalism und Preperadness
- Carinthia Katalog Download (Englisch)
- Stanley - Classic Linie (Englisch)
- Primus Camping