Zweite Bluttat in Lörrach offenbart: Legalwaffenbesitz kriminalistisch irrelevant


Ein Kommentar von Beate Meier-Kühne
Die idyllische südbadische Kleinstadt Lörrach mit nicht einmal 50.000 Einwohnern ist erneut Ort einer Beziehungstat mit mehreren Toten geworden. Natürlich ist dieses Verbrechen zunächst Anlass, inne zu halten, der Toten und Verletzten und ihrer Angehörigen zu gedenken und zu trauern. Aber – und das ist im Interesse aller Verbrechensopfer – es muss auch darüber nachgedacht werden, was man tun kann, um ähnliche Taten zu vermeiden. Dazu gehört es zwingend auch, Irrwege in der Verbrechensbekämpfung zu identifizieren und beim Namen zu nennen, wie z.B. die Forderung nach Legalwaffenverboten – egal welche Lobby und welche öffentliche Meinung dem entgegenstehen mag.

Wir erinnern uns: Vor einigen Monaten wurde Lörrach, die friedliche Kleinstadt im Dreiländereck von einer Bluttat, einem schweren Beziehungsverbrechen, heimgesucht. Eine verzweifelte Frau erstickte ihren Sohn und tötete Unbeteiligte mit einem Messer und Kleinkaliberwaffen. Sie wurde von der Polizei schließlich mit 17 Schüssen getötet.
Reflexartig meldeten sich die Gegner des legalen Waffenbesitzes zu Wort – in der Regel ohne einen größeren Zugang zu den Hintergründen dieses Verbrechens oder größere Einblicke in die Kriminalitätsentwicklung allgemein zu haben. Trotz der Unterschiedlichkeit der Taten in Winnenden und Lörrach konnte z.B. das so genannte Aktionsbündnis Winnenden mit Kommentaren und Forderungen aufwarten.

Wir kennen sie alle, die Beiträge in der Zeitung „Die Zeit“, die Kommentare und Forderungen des sogenannten Aktionsbündnisses oder der Gruppe „Mordwaffen“ und anderer und die Verlautbarungen der Mini-Gewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter. Meiner ganz persönlichen Meinung nach tragen diese Kommentare nicht dazu bei, dass Deutschland sicherer wird. Und meiner Meinung nach kann grundsätzlich auf Ideologie und persönlicher Trauerarbeit und Konfliktbewältigung keine faire und sachliche Diskussion basieren.

Die kriminalistische Erkenntnis, dass für eine Beziehungstat das Tatmittel nicht entscheidend ist, ging in dem medialen Feuerwerk zu Lörrach unter. Ähnlich wie zuvor in Winnenden. Das letzte private Bild aus dem Tatumfeld, die unwichtigste „Zeugenaussage“ irgendeines Anwohners, der drittklassigste „Experte“ – ein Riesenaufgebot widmete sich der „Berichterstattung“. Welche andere Aufgabe als Gewinnmaximierung durch höhere Auflagen und bessere Einschaltquoten haben viele Medien eigentlich damals wieder einmal verfolgt?

Inzwischen gibt es in Baden Württemberg eine grün-rote Regierung. Es gibt einen Koalitionsvertrag, der dieser Regierung zugrunde liegt, in dem u.a. das Verbot des legalen Privatwaffenbesitzes als ein langfristiges Ziel verstanden werden muss. Eine andere als eine ideologische Begründung dafür kann ich nicht entdecken. Es wird auch nicht der Versuch unternommen, eine fundierte Begründung für weitere Restriktionen zu finden. Ich glaube übrigens auch nicht, dass eine solche existiert.

Es besteht auch kein Widerspruch dazu, dass der neue Ministerpräsident Kleinkaliberschütze und Mitglied in einem Schützenverein ist und trotzdem diesen Koalitionsvertrag mitverantwortet. In Baden-Württemberg kann man nicht mit früheren Mitgliedschaften beim Bund Westdeutscher Kommunisten oder als ehemaliger „Streetfighter“ in einem schönen Armani-Anzug glänzen. Ich habe lange in Baden-Württemberg gelebt und sogar dort meinen Jagdschein gemacht und als Sportschützin trainiert.
Es ist meine Überzeugung: Man kann gerade in diesem Bundesland nicht reüssieren, wenn man sich übermäßig konfrontativ gibt, noch nicht einmal gegen die Legalwaffenbesitzer. Man kann allerdings vermutlich bieder und doch „irgendwie konservativ“ wirken und gleichzeitig einen langfristigen Masterplan „Abschaffung des Legalwaffenbesitzes“ verfolgen.

Da kommen einem Claqueure zu Pass, die abwiegeln und beschwichtigen und auch auf den ein oder anderen vorschriftsmäßig bieder wirken. Und auch der Kotau, der für mich darin liegt, daß die baden-württembergische „Landesschützenobermeisterin“ (was für ein Titel) vor kurzem den kleinkaliberschießenden Ministerpräsidenten in Schutz nahm, Kontrollen rechtfertigte und das Tun unserer aktivsten Interessenvertreter als aggressiv brandmarkte.
Zivilcourage spricht meiner Meinung nach nun nicht aus diesen Worten. Ich glaube eher Angst zu entdecken. Angst, dass die eigene kleine Nische, die schönen dunkelgrünen Uniformen und die ganze schöne bierselige Geselligkeit leiden. Angst aber, war noch nie ein guter Ratgeber, da stimme ich Friedrich dem Großen zu. Und ich selbst als berufstätige Hausfrau und Mutter sage Ihnen, meine Dame, eine Vorbildfunktion für unsere jungen Menschen haben Sie für mich damit nicht übernommen. Geselligkeit und Klönen am Schützenfest waren es nicht, die unsere Vorfahren antrieben, in der schwierigen deutschen Geschichte auch gegen staatliche Willkür und trotz Verbot und Gleichschaltung das deutsche Schützenwesen zu gründen, zu verteidigen und zu bewahren.

Mit Recht hat sich zuletzt auch vermehrt bundesweit Widerstand dagegen geregt, als Sammler, Jäger oder Sportler von einigen Journalisten und Interessengruppen (wobei mir die eigentlichen Interessen mancher Gruppe nicht immer klar sind – man hört so vieles, was den Verdacht auf ökonomische Ziele lenkt) und leider auch dem ein oder anderen Kirchenvertreter in einen Generalverdacht und eine Sippenhaft genommen zu werden. Die Menschen in Deutschland lassen sich immer weniger von scheinbaren Autoritäten bevormunden, marginalisieren, verdächtigen und in Haft nehmen (weder im übertragenen Sinne, noch wörtlich).

Viele Menschen haben mir nach meinem Offenen Brief an das Aktionsbündnis geschrieben, völlig Unbekannte haben mir ihre freundliche Unterstützung angeboten, meinen Brief weitergeschickt, ausgedruckt und ausgehängt, publiziert und verteilt. Nein, das geschah nicht wegen meines Briefes an sich. Andere hätten das besser formulieren können. Ich bin keine Frau der Worte. Das geschah, weil sein Inhalt der Inhalt vieler von uns ist, die wir unbescholtene Sammler, Jäger oder Sportschützen sind, die wir unserer Arbeit täglich nachgehen und gleichzeitig unseren Haushalt ordentlich halten und vor allem verantwortungsvolle Staatsbürger und Steuerzahler und Mütter und Väter sind.
Als meine Diktion in einigen kleineren Medien als „forsch“ und „aggressiv“ abqualifiziert wurde, habe ich nochmals viel, viel Zuspruch erhalten. Immer noch wird der Brief übrigens von über hundert Menschen pro Woche gelesen – allein im JagdWaffenNetz (dem ich für seinen unbeirrten Kurs danke).

Jetzt stehen wir in Lörrach erneut fassungslos vor einer Beziehungstat, einem schweren Gewaltverbrechen mit drei Toten und einer Schwerverletzten. Aber nein, der Täter war kein Sportschütze, kein Jäger, kein Waffensammler. Und abermals nein, er hat eine Stichwaffe und stumpfe Schlagwaffen und seine bloße Kraft benutzt. Keine Schusswaffe. Das Bild, das die Zeitungen eifrig beschreiben, soll schrecklich ausgesehen haben: Überall Blut. Nächtliche Schreie. Verstörte Anwohner. Fassungslosigkeit.

Es macht mich krank, die eine oder andere Berichterstattung zu verfolgen. Ich will mir nicht im Einzelnen vorstellen müssen, wie der Tatort ausgesehen hat. Zum Glück wird diese Berichterstattung nicht lange anhalten. Nicht aus Pietät, sondern weil eine solche Tat ohne Schusswaffen, ohne die bekannten Testimonials, ohne politische Forderungen, ohne Ideologie für die Medien nicht „sexy“ ist.
Aber es macht mich noch mehr krank, zu sehen, wie bewiesenermaßen sinnlos, ja kontraproduktiv (weil die wahren Probleme ausblendend) die Patentlösungen all der Legalwaffenfeinde ist und wie wenig Schneid sie zeigen, den eigenen Irrtum von der sichereren Welt ohne Schusswaffen einzugestehen. Jetzt wäre die Gelegenheit zur Umkehr: Wenige hundert Meter vom Ort der ersten Bluttat gibt es eine zweite, deren Motivation und Konstellation ganz ähnlich ist. Wie egal ist es beiden Tätern wohl gewesen, welche Waffe sie verwenden oder ob sie überhaupt eine Waffe verwenden? Glauben Sie nicht, dass Menschen, die mit dem Leben abgeschlossen haben, genau so gut Brandbeschleuniger, den es in jedem Supermarkt gibt, oder einen selbstgemachten Sprengstoff oder auf Messer, Schraubenzieher, Beile, Chemikalien, wie ich sie in meinem Putzschrank habe, oder auch ihre bloßen Hände zurückgreifen?

Solche Schlüsselerlebnisse gibt es jährlich leider Dutzende: Die inzwischen regelmäßigen willkürlich schwer verletzten U-Bahn-Opfer in Großstädten, die zusammengeschlagenen Bus- und Straßenbahnfahrer (nicht nur in Großstädten, sondern sogar in unserem kleinen Ort), der zuletzt an einer Hauptschule in Nordrhein Westfalen totgeschlagene 14-jährige Junge (er hatte versehentlich einen anderen angerempelt) und all die Kinder und Jugendlichen, die mit Angst zur Schule gehen müssen. Das alles macht mich nicht nur betroffen, sondern es macht mich auch wütend. Wütend auf die Täter, wütend auf das Unvermögen der Verantwortlichen, diese Menschen zu schützen, die sich ihnen als Fahrgäste, Schüler oder Staatsbürger anvertraut haben und wütend auf all die, die mit der Scheinlösung nach Waffenverboten nichts anderes erreichen, als ideologische Forderungen geschickt zu platzieren. Sie werden damit nicht durchkommen!

Beates erster Streich: Offener Brief an das Aktionsbündnis Winnenden

10 Kommentare:

  1. Beate is back. Wir danken Dir für Deinen zweiten Text. Es wird doch noch eine Journalistin aus Dir. Was Dir an Erfahrung abgehen mag, wird durch Aufrichtigkeit, Leidenschaft und "Mumm in den Knochen" mehr als ausgeglichen.

    AntwortenLöschen
  2. Über 1000 Menschen wurden 2009 - dem Jahr von Winndenden - ermordet.

    Hauptsächlich durch Gift, durch eigene Hände (Ersticken, Erdrosseln, Erwürgen), durch spitze oder stumpfe Gegenstände und bei 88 Morden waren Schusswaffen (illegale wie auch legale) im Spiel.

    Guntalk hat dies ins Verhältnis gesetzt:

    » Im Schnitt werden etwa 3 Menschen jährlich Opfer einer Sportwaffe, aber 1.146 werden Opfer von Ärzten.
    » Im Schnitt werden etwa 3 Menschen jährlich Opfer einer Sportwaffe, aber 1.042 Opfer anderer Mordinstrumente
    » Im Schnitt werden etwa 3 Menschen jährlich Opfer einer Sportwaffe, aber 4.192 Opfer des Straßenverkehrs

    Die Statstik dazu vom Bundesamt finden Sie hier: http://kuhn24.net/Todesfaelle.pdf

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Beate Meier-Kühne & Jagdwaffennetzwerk, ich habe diesen sehr guten Aufsatz mit auf liberales-waffenrecht.de gestellt, damit Dieser weitere Verbreitung findet. Selbstverständlich mit Angabe der Autorin und einem Link zu dieser Seite. Ich hoffe das ist O.K.

    Lieben Gruß Gerhard

    AntwortenLöschen
  4. Anbei als Ergänzung zu Ihrem Essay Frau Meier-Kühne nachfolgender Schriftverkehr, ausgehend von einer eMail, die ich am 02. Mai 2011 den Herren Steinmeier, Trittin, Kretschmann und Schmidt habe zukommen lassen:

    „Sehr geehrter Herr […] Steinmeier, sehr geehrter Herr Trittin,

    mit Bestürzung habe ich aus den Medien erfahren, dass der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel vorsieht, Großkaliberwaffen für Sportschützen zu verbieten.

    Es erscheint mir nachvollziehbar, dass es für Sie medienwirksam und wählerstimmengewinnend ist, sich für eine Verringerung des privaten, legalen Schusswaffengebrauchs stark zu machen.

    Leicht lässt sich jedoch belegen, dass ein Verbot von legalen Schusswaffen in Privathand in keinster Weise dazu führt, dass Amoktaten weniger werden oder die Gesellschaft friedfertiger wird (Beispiel Großbritannien mit Schusswaffenverbot und steigender Kriminalität vs. Schweiz).

    Warum schätzen Sie die Gefahr für die Öffentlichkeit, die von Sportschützen mit Großkaliberwaffen ausgeht, höher ein als die Gefahr, die von Besitzern illegaler Waffen (Krimineller) ausgeht? Warum finden sich in den Koalitionsverträgen keine Passagen, wie gegen diese Kriminellen vorgegangen werden soll?

    Beim Großkaliberschießsport geht es nicht darum, eine möglichst tödliche Gebrauchswaffe zu besitzen. Es geht vielmehr darum, mit einer im Vergleich zur Kleinkaliberpistole weitaus schwerer zu handhabenden Waffe (Rückstoß) präzise und doch schnell zu schießen, was höchste Anforderungen an Kraft und Konzentration (=Sport) stellt. Im Umkehrschluss ist eine Kleinkaliberwaffe (wie das Biathlongewehr) die ein Amokläufer gegen sich oder andere richtet, nicht weniger gefährlich als eine Großkaliberwaffe. Woraus rührt Ihre Motivation, deutsche Biathleten zu bejubeln und alle anderen Sportschützen in eine potentiell gefährliche Ecke zu stellen? Oder um noch einen Vergleich zu bemühen: Natürlich könnte man Autorennen nur mit VW Golfs austragen, aber die Königsklasse ist eben die Formel 1.

    Wir in Deutschland haben im Bereich IPSC als BDS-Sparte mittlerweile eine auch im internationalen Umfeld sehr aktive Wettkampfszene mit herausragenden Sportschützen. Im Allgemeinen ist Großkaliberschießen keine "Minderheitendisziplin" sondern sowohl in DSB und BDS Standard. Die Schießsportordnung des VdRBw sorgt dafür, dass Reservisten in Übung
    gehalten werden, ohne jedoch als Zivilisten "Combat-Schießen" zu praktizieren.

    [...]

    Ich übe das Hobby "Schießsport" mit Passion aus und bin als Familienvater, Reserveoffizier und Akademiker sicher niemand, der Waffen als Machtinstrumente und Selbstbestätigungsartefakte benötigt. Ich möchte meinem Hobby, das mit nicht unerheblichen Investitionen verbunden ist, jedoch auch weiterhin mit RECHTSSICHERHEIT nachgehen können.

    Wenn es echte (belegbare und logische) Gründe für ein Verbot von legalen Großkaliberwaffen gibt, bin ich gerne für jede Diskussion offen und lasse mich auch überzeugen.

    Derzeit kommt es mir jedoch so vor, dass ein Verbot lediglich eine trügerische Beruhigung des durch die reißerische Presse nervös gemachten Bürgers ist, der kurz davor zu stehen scheint, eine weitere Freiheit OHNE GRUND aufgeben zu müssen.

    Ich danke für Ihre Zeit und würde mich über eine kurze Antwort sehr freuen!“

    AntwortenLöschen
  5. Am 13. Mai 2011 habe ich von Herrm Benjamin Lauber (ich vermute von Die Grünen / Baden-Württemberg“ nachfolgende Antwort erhalten:

    „Sehr geehrter Herr B.,

    vielen Dank für Ihre Zuschrift, welche uns zuständigerweise weitergeleitet wurde. Es ist nicht unsere Absicht, Ihnen Ihren Sport zu vermiesen. Allerdings muss die Politik Antworten auf die Frage finden, wie in Zukunft die Wahrscheinlichkeit einer so schrecklichen Amoktat wie in Winnenden verhindert werden kann. Dazu zählt, neben einer ganzen Reihe anderer Maßnahmen z.B. im schulischen Bereich, auch eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen beim Waffenbesitz. Leider mussten wir feststellen, dass sämtliche Amoktaten bisher mit Waffen aus dem Besitz von Sportschützen begangen wurden. Wir stellen dabei nicht sämtliche legalen Waffenbesitzer unter Generalverdacht, jedoch müssen hier Maßnahmen mit Augenmaß ergriffen werden. Auf legale Waffenbesitzer kommt im Übrigen in Zukunft lediglich eine Verschärfung der Kontrollen und eine Kostenbeteiligung (ähnlich wie beim TÜV) zu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Benjamin Lauber
    Persönlicher Referent“

    AntwortenLöschen
  6. Auf meine Antwort auf die eMail von Herrn Lauber gab es dann leider keine Antwort mehr:

    „Sehr geehrte Herr Lauber,

    ich danke vielmals für Ihre Antwort und möchte mir erlauben, diese als Einstieg in eine Diskussion mit Ihnen zu verwenden.

    Ich bin erfreut zu hören, dass Sie ein generelles Verbot von Großkaliberwaffen nach meinem Verständnis Ihrer Antwort nicht durchsetzen wollen. Könnten Sie mir daher bitte erläutern, wie ich dann den Absatz des baden-württembergischen Koalitionsvertrages zur Verschärfung des Waffenrechts zu verstehen habe: "Über eine Bundesratsinitiative werden wir eine Verschärfung des Waffenrechts angehen, insbesondere mit dem Ziel, ein generelles Verbot für den Privatbesitz von großkalibrigen Faustfeuerwaffen durchzusetzen." IPSC und nahezu sämtliche Kurzwaffendisziplinen der Verbände BDS, BDMP und VdRBw sowie ein beträchtlicher Anteil der DSB-Disziplinen könnten aus Konsequenz daraus dann legal nicht mehr ausgeübt werden.

    Grundsätzlich habe ich (wie die meisten anderen Sportschützen wahrscheinlich auch) nichts dagegen einzuwenden, wenn die sichere Lagerung von Waffen und Munition geprüft wird. Ich habe allerdings als Familienvater schon ein inhärentes Interesse daran, meine Waffen vor dem Zugang durch meine Kinder zu schützen. Ich finde es daher durchaus diskutierenswert, warum Legalwaffenbesitzer (die sich ja entsprechend der Behörde gegenüber offenbart haben) per Gesetz kontrolliert werden sollen, während Besitzer von illegalen Waffen (es soll immerhin 20 Millionen illegale Waffen in Deutschland geben) de facto nie kontrolliert werden.

    Während Sie also Mittel und politische Energie aufwenden, um die Legalwaffenbesitzer (die sowieso wissen, dass man ihnen auf die Finger schaut) noch weiter zu kontrollieren, nehme ich nicht war, dass Initiativen ergriffen werden, um der Problematik der illegalen Waffen zu begegnen. Oder kennen Sie jemanden, der schon einmal in der Stadt oder im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle nach illegalen Schusswaffen verdachtsunabhängig durchsucht worden wäre?

    Ich habe hier leider den Eindruck, dass Sie (bzw. die Politik) sich vor den Karren einer reißerischen Presse spannen lassen, die mittels des Berichtens über Amoktaten mit Schusswaffen die Menschen in Aufruhr versetzt, um möglichst die Auflagen nach oben zu treiben.

    Ich muss daher auch Ihrer Aussage widersprechen, dass "...sämtliche Amoktaten bisher mit Waffen aus dem Besitz von Sportschützen begangen..." worden sind. Die Recherche zeigt doch, dass es diese Amokläufe genauso mit Hieb- oder Stichwaffen gibt. Ich empfinde darüber hinaus nicht weniger Betroffenheit bei einem Bericht, dass ein Mensch an einer U-Bahn-Station tot oder zum Krüppel geprügelt worden ist, als bei einer Meldung, dass ein Sportschütze seine Schusswaffe gegen einen Menschen gerichtet hat. Ich persönlich glaube, dass beide Tatarten in Deutschland nicht zum alltäglichen Lebensrisiko gehören, sonder dass das menschliche Ausreißer sind, die sich in einem 80-Millionen-Einwohnerland einfach nicht verhindern lassen.

    Ich empfände es daher als zutiefst ungerecht, wenn man das aktive Sportschützenwesen in Deutschland quasi "abschaffen" würde, nur um den Menschen eine gefühlte Sicherheitsverbesserung zu verschaffen, die in Wirklichkeit einfach keine ist. Ganz ehrlich: Wovor hätten Sie in Berlin Samstag Nachts um 01:30 Uhr an der U-Bahn-Station Kurfürstendamm mehr Angst: Dass Sie von einem Sportschützen oder dem Kind eines Sportschützen erschossen werden oder dass Sie von einer Gruppe Halberwachsener zusammengeschlagen oder erstochen werden? Auch in Bezug auf die Schule sorge ich mich mehr darum, dass meine Kinder gemoppt, genötigt, bedroht oder durch Mitschüler misshandelt werden als das ich fürchte, dass eines der Kinder die Waffe seines Vaters plötzlich dabei hat.

    Ich würde mich freuen, mit Ihnen den Sachverhalt weiterdiskutieren zu können, wünsche ein schönes Wochenende und verbleibe mit freundlichen Grüßen!“

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Frau Meier-Kühne,

    ich habe Ihren ausgezeichneten Artikel ebenfalls auf meine Seite www.legalwaffen.de übernommen. Ich denke das ist OK, oder?

    Vielen Dank und viele Grüße...

    AntwortenLöschen
  8. der VienenburgerJun 13, 2011 01:19 AM

    Hallo Beate Meier-Kühne sie haben hier einen sehr
    guten Artikel geschrieben.Das Problem ist nur,er
    wird v.den "Gutmenschen" nicht gelesen.
    Was der Kommentator Gerhard K.gemacht hat,finde
    ich eine sehr gute Idee.Wir sollten Alle solche
    Artikel weiterleiten.

    AntwortenLöschen
  9. Beate Meier-Kühne schreibt: "Aber es macht mich noch mehr krank, zu sehen, wie bewiesenermaßen sinnlos, ja kontraproduktiv (weil die wahren Probleme ausblendend) die Patentlösungen all der Legalwaffenfeinde ist und wie wenig Schneid sie zeigen, den eigenen Irrtum von der sichereren Welt ohne Schusswaffen einzugestehen."

    Dazu habe ich eben ein Essay veröffentlicht, dass genau diese fehlende Verhältnismäßigkeit der Entscheidungsträger anprangert:

    http://www.triebel.de/2011/Erfolge_der_Hysterie.pdf

    Auszug:

    Jeder Tote ein Toter zuviel?

    „Nur Menschen mit fehlender Risikokompetenz können diesen Satz äußern“, sagt Prof. Gerd Gigerenzer, Leiter des Berliner Harding Zentrums für Risikokompetenz. Es mag zynisch klingen, aber man muss in der Lage sein, die Zahlen von möglichen Toten, Verletzten oder Kranken mit dem Aufwand in Beziehung zu setzen, mit dem sie verhindert werden können.

    An den angeblichen Pandemien BSE, Vogelgrippe und Schweinegrippe starben insgesamt 258 Menschen in Deutschland, während die saisonale Grippe jedes Jahr 8.000 bis 11.000 Tote fordert. Milliarden wurden zur Bekämpfung dieser „Pandemien“ ausgegeben bzw. als Verluste in der Landwirtschaft, Verkauf und Gastronomie „erwirtschaftet“. Kein Geld wurde jedoch in die Krankenhaushygiene gesteckt, durch die in Deutschland jedes Jahr 40.000 Menschen sterben.

    Dass unsere Gesellschaft Menschenleben um jeden Preis schützt, ist somit ein Ammenmärchen.

    Die Demokratie wird mit Füßen getreten.

    Kann sich die Bundesregierung beim Atomausstieg noch auf einen fast identischen, zehn Jahr alten, rot-grünen Vorschlag berufen, waren die Eingriffe in die Bürgerrechte, die beim beschleunigten Waffengesetzverfahren im Gesetz verankert wurden, brandneu, von Medienhetze begleitet und von „Experten“ begutachtet, die sich bei der Anhörung im Bundestag als fachlich inkompetent erwiesen haben.

    AntwortenLöschen
  10. Daß sich dieses Aktionsbündnis und die Zeit und diese Anti-Sportwaffenfraktion so äußern wie sie es tun ist ja eigentlich klar und zwar ärgerlich, da wenig von Fakten geprägt, aber na ja gut ... Was nur kolossal irritierend ist, ist die Position von dieser Oberschützenmeisterin (oder wie das Amt heißt) in Baden Württemberg. Das ist der eigentliche Skandal. Ehrlich gesagt, nach so einer unsensibelen Fehlleistung muß dieser Frau doch der Rücktritt nahegelegt werden. Wie bitte kann man den den Schießsport von Innen heraus noch stärker schädigen? Geht doch wohl kaum noch. Rücktritt sofort oder, wenn es sein muß, Abwahl oder Rausschmeißen. Und wenn der Ministerpräsident obwohl Schütze so etwas wie diesen Passus im Koalitionsvertrag verantwortet, sollte man ihm auch den Austritt aus seinem Schützenverein nahelegen.

    AntwortenLöschen