Themenschwerpunkte

Browning Maxus, Beretta Unico, Benelli Vinci: Neue Selbstladeflinten für die Auslandsjagd


Ich möchte zur Flugwildjagd nach Südafrika fahren. Ich führe eine Bockdoppelflinte von Browning (B525), eine schöne Waffe mit schönem Schaftholz, mit der man sich überall gut sehen lassen kann – wie ungefähr sage und schreibe eine Million andere Jäger auf der Welt auch, die eine solche Waffe bisher gekauft haben. Möglicherweise werde ich sie nach Afrika mitnehmen, aber keinesfalls als einzige Flinte für den permanenten Einsatz auf Flugwild. Ich möchte eine Waffe mit schnellem zweiten und dritten Schuss, mit der ich mich nicht so in Acht nehmen muss, eine Selbstladeflinte mit Kunststoffschaft also.
Ich stehe mit diesem Wunsch nicht alleine da. Denn zwar gibt es gegenüber Selbstladeflinten in Deutschland immer noch vereinzelt Vorbehalte. Diese sind genau so unsinnig wie die gegenüber Selbstladebüchsen: Denn nicht die Tatsache, dass der Schütze nicht manuell selbst laden muss, macht aus ihm einen "Schießer", sondern nur sein eigenes Verhalten (mit welcher Waffe auch immer). Diese Erkenntnis verbreitet sich aber zusehends und dementsprechend erfreuen sich Selbstladewaffen auch zunehmender Nachfrage.
                      
Selbstladeflinten
In dem Buch „Die Flinte. Waffe, Werkzeug und Sportgerät“ unterteilt der Autor Hoffmann Selbstladeflinten in wie üblich in Rückstoß- und Gasdrucklader. Trotz des vielversprechenden Titels werden jagdliche Flinten nicht betrachtet (unverständlicherweise aber Flinten als „Geräte“ für das Sportschießen). Faktisch spielen aber Rückstoßlader heute so gut wie keine Rolle mehr bei modernen Jagdflinten (mit Ausnahmen wie der im Folgenden vorgestellten Benelli).
Meine Auswahl der potenziellen Reisewaffe basiert auf Basis von Neuvorstellungen auf der IWA 2010: zwei Gasdruck- und ein Rückstoßlader. Gewiss – die IWA ist eine Weile her, aber es dauert bekanntermaßen längere Zeit, bis die neuen Produkte dann auch in Ladengeschäften tatsächlich vorgeführt und erst recht von einem potenziellen Käufer zur Probe geschossen werden können.
Im vorliegenden Fall ist beabsichtigt, die Flinte mit auf eine Auslandsjagd in Afrika zu nehmen. Es soll u.a. auf Enten, Gänse, Tauben und Perlhühner gehen. Zwar ist Südafrika nicht Argentinien, während günstiger Monate, z.B. während der Maisernte im April, können aber durchaus ansehnliche Strecken erreicht werden. Und sie haben gute Vorstehhunde und zwar deutsche.
Südafrika ist aber auch nicht Schleswig-Holstein und die Waffe wird nicht nur intensiv geschossen, sondern – jedenfalls von mir so wahrgenommen – auch vergleichsweise „schlecht“ behandelt werden (mehrere Südafrikaner haben aber auch schon behauptet, ich behandelte meine Waffen außerordentlich gut, aber das ist Ansichtssache).
Was soll die Selbstladeflinte vertragen können? Die Waffe soll unter schwierigeren klimatischen Bedingungen eingesetzt werden (Hitze, Staub, kurze Regenschauer) und wird im Flugzeug und im Geländefahrzeug strapaziert. Sie muss hohe Schussfolgen aushalten können und zumindest streckenweise lediglich eine seltene und nur feldmäßige Reinigung.
Was soll die Selbstladeflinte leisten können? Zunächst soll sie alle Kaliber von 12/89 bis 12/70 und alle störungsfrei verschießen. Ich werde nicht ansatzweise die ganze benötigte Munition mitnehmen können und muss deshalb in Südafrika Schrotpatronen kaufen. Munitionsempfindlichkeit würde den ganzen Reisezweck in Frage stellen. Dann sollen das Rückstoßverhalten und der Hochschlag zumindest erträglich sein.
Zur Auswahl stehen aktuell: Browning Maxus, Beretta Xplor Unico und Benelli Vinci – wenn da nicht noch kurz vor der definitiven Auswahl ein Vorderschaftrepetierer „dazwischenfunken“ würde – aber davon später mehr.
 

                    
Browning Maxus
Browning ist eine der traditionsreichsten Waffenschmieden der Welt. Seit 1897 wurden mehrere Millionen Flinten und Büchsen für Jäger, Sportler, Soldaten und Polizisten hergestellt. Das Unternehmen betrachtet sich dabei als Erfinder der Selbstladeflinte und der Bockdoppelflinte. Für mich ist das Zusammenwirken des amerikanischen Pioniers und Büchsenmachers John Moses Browning, der 1855 in Utah geboren wurde und buchstäblich im Wilden Westen seine Tätigkeit erlernte, und der belgischen Waffenschmiede Fabrique Nationale (FN) in Herstal, in deren Nähe er 1925 u.a. an der Arbeit zu ersten Bockdoppelflinte B25 arbeitete, als er starb, eine der bemerkenswertesten Konstellationen in der Geschichte der Waffen. Jetzt werde ich mich davon allerdings nicht beeindrucken lassen.


Die neue Browning Maxus Composite (schwarzer Kunststoffschaft) oder Maxus Camo (Mossy Oak-getarnter Kunststoffschaft) im Kaliber 12/89 mit 76 cm-Lauf ist ein wichtiger Kandidat für meine Auswahl.
Ob die Waffe wie hier in einem Kunststoffkoffer kommt oder nicht, interessiert mich nicht. Im Feld nehme ich ohnehin allenfalls eine leichte Gewehrtasche und auf der Flugreise einen besonders stabilen und extra gepolsterten Kunststoffkoffer für mehrere Waffen mit Rollen. Erfreulich ist allerdings, dass die Waffe leicht zerlegt werden kann (Lauf kann von Schaft und System ohne verlierbare Kleinteile und leicht mittels der neuen „Speed Lock“ Vorderschaftverriegelung getrennt werden). Weiterhin verwende ich keinen Gewehrriemen. Bei der Maxus kann man die Riemenbügel passenderweise abnehmen. Gut, denn alles andere stört mich. Man kann die Chokes wechseln und den Schaft mit Hilfe von Distanzstücken verlängern und so individuell anpassen. Das Gewicht liegt bei 3,24 Kg (ohne Munition). Chokes? Ich mag schon den Ausdruck nicht und sage lieber Würgebohrung. Vor allem aber überbewerte ich Würgebohrungen nicht, sondern vertraue auf Peter Schäfer, der (nicht nur in „Flintenschießen leicht gemacht“) über Würgebohrungen sagt „Das einzig Konkrete, was man auf Nachfrage beim Schützen erfahren kann, ist etwa, dass ein eng gechokter Lauf weiter schießt und ein wenig gechokter mehr streut’. Dies trifft zu, aber ein starker Choke hat auch Nachteile, was die Verformung der Schrote angeht, welche die Deckung verschlechtert. Deckung ist aber beim Schrotschuss alles…“
Die Maxus verträgt alle möglichen Laborierungen und das nicht nur bei vergleichsweise wenig abgegebenen Schuss von mir, sondern z.B. auch im Test von dwj oder Wild und Hund. Der neue, „Power Drive“ genannte Gaskolben soll nach Herstellerangaben für Ladungen von 24 bis 64 Gramm geeignet sein.
Zum Rückstoß kann ich anders als andere Tester nicht viel sagen. Ich spüre wegen der möglicherweise mir eigenen Anspannung selbst bei der Bockflinte auf dem Schießstand keinen Rückstoß (anders als beim Büchsenschiessen). Ich kann auch bei der Maxus mit schwerem Schrot in 12/89 keinen feststellen. Andere Tester halten ihn jedenfalls für ganz gut erträglich. Ob dies an der neuen Technologie der Schaftkappe oder an dem anders geleiteten Gasdruck liegt, kann ich nicht sagen.
Irgendwann muss ich jedenfalls wieder nach Deutschland und deshalb ist es mir wichtig, dass die Maxus stahlschrottauglich ist.
Der Verkaufspreis wird vom Hersteller mit 1.399 Euro angegeben. Ich habe jedoch im Internet bzw. beim Händler auch schon Waffen für rund 1.200 Euro gesehen.
Es gibt die Maxus auch mit Holzschaft allerdings nur im Kaliber 12/76 und rund 200 Euro teurer.
Erst will ich von meiner Absicht abkommen, eines der neusten Modelle zu kaufen - ich könnte auch auf eine bewährte Browning Phoenix Composite oder Camo Mobu zurückgreifen. Beide verfügen über Kunststoffschäfte (schwarz bzw. getarnt) und verschießen von 12/89 bis 12/70 jede Munition (32 bis 63 Gramm). Die Lauflänge beträgt 75 bis 71 cm, das Gewicht 3,3, Kg ohne Munition. Ich entschließe mich trotz des Preises von rund 950 Euro dagegen. Der Preisabstand zu einer günstigen Maxus ist nicht groß genug und diese Waffe hat es mir nicht nur aufgrund von leichter Zerlegbarkeit und schneller Feuergeschwindigkeit angetan. Aber sehen wir weiter nach anderen Herstellern.
                  
Benelli Vinci
Benelli ist ein bekannter italienischer Hersteller, der 1967 gegründet wurde und heute zu dem viel älteren Unternehmen Beretta gehört, und mir vor allem aus dem Bereich der taktischen Flinten bekannt, besonders natürlich mit der Super 90 alias Joint Combat Shotgun.
Die Benelli-Flinte Vinci (man kann das Wort wahlweise als Lateinisch „ich siegte“ oder Italienisch „siegen“ verstehen) ist einer der in dieser Liga heute seltenen, aber für Benelli typischen Rückstoßlader. Trotz dem verfügt er nicht über die übliche Krankheiten seiner Artgenossen: eine hohe Munitionsabhängigkeit.
Man zerlegt die Benelli in drei statt zwei Teile: Hinterschaft, System und Lauf. Das zerlegen ist leicht und natürlich ohne Werkzeug möglich. Der Riemenbügel ist zu meiner Freude ebenfalls abnehmbar.


Die Benelli gibt es leider nur bis zum Kaliber 12/76. Auch diese Waffe verfügt über Distanzscheiben für Senkung und Schränkung, ein Set von fünf Wechselchokes und eine Lauflänge von 66 cm bei einem Gewicht von fast 3,1 Kg. Es gibt auch Läufe in 71 und 76 cm.
Die Benelli sieht von den drei Flinten am futuristischsten aus und kostet knapp 2000 Euro in Schwarz bzw. rund 2.100 Euro in anderen Farben sowie tarnfarben. Konservativere Jäger werden eine Ausführung in Holz allerdings vermissen.
Das Besondere: Man kann das Röhrenmagazin austauschen von zwei Schuss für Deutschland bis neun Schuss (im Kaliber 12/76). Und zwar ebenfalls leicht und ohne Werkzeug. Natürlich ist auch diese Flinte stahlschrottauglich.
Im Schuss habe ich wieder Schwierigkeiten, den Rückstoß zu fühlen, obwohl ich mir diesmal besonders vornehme, darauf zu achten. Den geringen Hochschlag der Waffe kann ich bestätigen. Sie schießt sich, obwohl ich erst der ergonomischen Form einigermaßen misstraue, angenehm. Und weil der Rückstoß nicht im Schaft gedämpft wird, lässt sich der Schaft auch tauschen wie Mark Keefe schreibt: „Buttstocks can easily be changed by the user; pistol grip or even folding stocks are possible because the recoil spring is in the receiver, not the buttstock“ (wobei ein reiner Pistolengriff in Deutschland natürlich weder erlaubt ist, noch für diese Waffe Sinn hat).
Die Benelli schießt sich so angenehm und liegt so gut in der Hand, dass ich sie gerne mitnehmen würde. Aus zwei Gründen kommt das nicht in Frage: Ich beharre auf der Möglichkeit, das Kaliber 12/89 zu verschießen und ich sehe trotz aller Vorzüge den Preisunterschied zur Maxus von nahezu 1.000 Euro nicht ein. Schade.
                          
Beretta Xplor Unico
Beretta im italienischen Brescia ist ebenfalls ein sehr klassischer Anbieter, nach Meinung einiger Autoren weltweit ältester Waffenhersteller mit erster Erwähnung 1526 sogar der klassische Flintenhersteller.
Bei der Auswahl der Blockflinte habe ich eine Beretta nur kurz in Betracht gezogen. Das beruhte nicht auf einer sachlichen Prüfung ihrer Eigenschaften, sondern auf ihrem Aussehen und darauf, wie sie mir in der Hand lag. Mir war die Beretta zu filigran. Das kann man von der Xplor nicht behaupten. Ich weiß, es sollte keine Rolle spielen, aber trotz des sprichwörtlichen Unsinns, den Marketingleute grundsätzlich texten und bebildern gefällt mir die Anzeige von Beretta für die Xplor Unico. Man sieht einen Mann in einer dunklen, fast bedrohlichen Landschaft, der zuversichtlich – „Erwarte das Unerwartete – mit dieser Flinte an den Riesenkrallen eines Dinosauriers vorbeigeht.
Die Waffe kommt – als sie bei Frankonia, die sie im neuen Katalog haben endlich ins Ladengeschäft kommt – mit einer Lauflänge von 76 cm (71 und 66 cm sind auch erhältlich) und wiegt 3,2 Kg. Auch die Beretta bewältigt alle Kaliber von 12/89 bis 12/70 (24 bis 63 Gramm). Das behaupte nicht nur ich, sondern wie Robin Scott einem Artikel schreibt „This is no ideal boast; shooting journalists from 16 countries got the chance to test fire the gun at the launch party and it never once missed a beat.”



Sie verfügt sogar über drei Methoden zur Rückstoßdämpfung: eine Art hydraulische Dämpfungselemente zwischen Kolben und Schaftkappe und im Kolben selbst sowie die Beschaffenheit der weichen Schaftkappe. Ich bin wieder nicht in der Lage, diese Erleichterung zu würdigen und verlasse mich darauf, dass die Waffe in Tests vom Rückstoßverhalten her als erträglich beschrieben wurde.
Was mir nicht gefällt, ist dass das Zerlegen schwieriger ist als bei der Browning. Man muss eine Vorderschaftkappe abdrehen und dann den Vorderschaft abziehen und hat dann vier statt zwei oder drei Teile im Auge zu behalten, darunter ein kleineres Teil. Es mag überängstlich klingen, aber ich sehe mich schon in dem abgeernteten Maisfeld am Limpopo River stehen und diesen Knopf verlieren.
Die Beretta ist die zweitteuerste und der Preis liegt bei rund 1.900 Euro. Der Gasdrucklader ist natürlich ebenfalls stahlschrottauglich. Insbesondere die Holzversion hat es mir angetan.
                                           
Doch Pump Action? Remington 887 NitroMag
Natürlich, es sollte eine Selbstladeflinte sein. Bei der Auswahl fällt mir dann aber doch wieder ein Vorderschaftrepetierer in die Hände, an dem ich zunächst nur schwer vorbei gehen kann: Die Remington 887 NitroMag. Remington ist eigentlich diesmal nicht dabei. Aber das besondere an dieser Waffe ist die komplette, griffige Kunststoffumhüllung („Armor Lokt“) aller Metallteile. Mir erscheint das angesichts der geplanten Reise und anderer harter Einsätze noch passender als selbst die Marinecote-Schicht einer Mossberg Mariner. Mal sehen.
Die Waffe kostet auch nur rund 550 Euro und verfügt bei rund 3,25 Kg Gewicht über eine Lauflänge von 71 cm und Eignung für alle Kaliber von 12/89 bis 12/70. ½ Choke ist kostenlos beim Kauf dabei, andere Wechselchokes gibt es für rund 20 Euro. Die Waffe ist auch stahlschrottauglich und fasst vier Patronen 12/70 (drei im Kaliber 12/89). Sie verfügt über eine rückstoßmindernde Schaftkappe. Nachteilig fällt mir auf, dass die Waffe in drei Teile zerlegbar ist – darunter auch wieder so ein kleiner Knopf am Vorderschaft und, dass der Abzug etwas kriecht. Letztlich komme ich von dem Gedanken eines weiteren Vorderschaftrepetierers ab: Erstens sollte es mir um die schnelle Schussfolge gehen, zweitens würde ich wenn ich auf Robustheit setzte dies nicht mit Korrosionsbeständigkeit verwechseln wollen. Ich bin nämlich nicht sicher, ob die Waffe beim Kontakt Metall auf Metall hinten auf einem verdreckten Geländewagen nicht leidet, wenn der Kunststoffüberzug verletzt wird und Feuchtigkeit schwer kontrollierbar eindringt. Und drittens: Was ist mit Österreich? Obwohl in Österreich das Waffenrecht in aller Regel sehr viel vernünftiger und pragmatischer ist, als die moralinsaure bundesdeutsche Variante, gibt es einige, wenige Nachteile (ich würde es trotzdem auch in der Bundesrepublik bevorzugen, wenn das ginge). Dazu zählt das irrationale Verbot von Vorderschaftrepetierflinten. Da ich aber die Niederwildjagd in Oberösterreich für wichtig erachte und nicht wieder in der Waffenwahl eingeschränkt sein möchte, kann es kein Vorderschaftrepetierer werden. Schade.
                  
Auswahl und Fazit
Meine Auswahl ist subjektiv und stützt sich auf meine Betrachtung und relativ kurzes Ausprobieren der jeweiligen Waffen. Das dürfte allerdings mehr sein, als die meisten Schützen vor dem Kauf auf sich nehmen. Herstellerangaben jedenfalls, die mitunter auch von Zeitschriften wiedergegeben werden wie „18 Prozent vermindertes Rückstoßgefühl“ (Browning) oder effektivste Rückstoßdämpfung (-60%)“ (Beretta) sagen mir nichts, weil ich nicht die Rahmenbedingungen dieser Vergleiche kenne und tragen deshalb, wie vieles, was Marketingmitarbeiter formulieren, meiner Meinung nach weniger zu einem bewussten Kaufakt bei, als persönliche Erfahrungen, sofern diese nachvollzogen werden können. Ich entscheide mich für die Browning. Preis, „Griffigkeit“ und Zerlegbarkeit überzeugen mich – und die Bestätigung des Resümees von Kyle Wintersteen “If you like a lightweight, semi-auto upland gun, then the Maxus should interest you. It carries easily for prolonged jaunts and performed reliably, two things I look for most in a small-game gun.”
Der Hochschlag ist vergleichbar mit den anderen, der Rückstoß zu vernachlässigen. Und wie gesagt: Mir liegt diese Flinte einfach gut in der Hand. Abgesehen von der persönlichen Auswahl dieses neuen „Reisegefährten“ ist mir wieder eines klar geworden: Alle drei sind erstklassige Waffen. Natürlich stahlschrottauglich, natürlich erstklassige Läufe, natürlich munitionsunabhängig und zuverlässig. Kein Zweifel. Benelli und Beretta sind zu recht legendäre Waffen. Und bei Waffen möchte ich mich nicht mit zweit- oder drittklassigem zufrieden geben. Das ist keine Geldfrage. Es mag sein, dass meine Kinder, gar keinen Wert darauf legen, irgendwann meine dann alten Jagdwaffen zu übernehmen. Aber ich lebe ja hoffentlich auch noch eine Weile. Ich bezweifele, dass viele der billigen Gladius oder Armsan Selbstladeflinten türkischer Fertigung auch nur die nächsten 20 Jahre überleben. Die Browning, mit der ich gelernt habe, war fast drei Mal so alt, erschien mir krumm und verbeult wie die „Liddy“ von Sam Hawkens und war aber in Kombination mit mir erstaunlich treffsicher. Und darauf kommt es an. Spätestens für den afrikanischen Busch kaufe ich keine Marke um der Marke willen.
               
Übrigens: Safari Press International bietet einen begrenzten Nachdruck des legendären und schwer zu bekommenden Buches „Game Shooting“ („the definitive book on instinctive wingshooting for game birds and sporting clays“) von Robert Churchill an. Das Buch ist mit 25 US Dollar zudem erheblich billiger als viele vergleichbare Reprints.
               
Verweise
Selbstladebüchsen im jagdlichen Einsatz

Flinten im militärischen und polizeilichen Einsatz
Mossberg Vorderschaftrepetierer
Remington 870 Vorderschaftrepetierer

Literatur
- Simon Everett: Browning Maxus semi-auto shotgun review. In: Shooting UK online
- Jason Harris: Benelli Vinci semi-auto shotgun review. In: Sporting Gun online
- Hans J. Heigel: Selbstladeflinte Browning Maxus. Neues Konzept. In: dwj 7/2010.
- Hans J. Heigel: Berettas grünes Monster. In: dwj 3/2010.
- Hans J. Heigel: Benelli Vinci. Neue Wege. In: dwj 9/2010.
- Henning Hofmann: Die Flinte. Waffe, Werkzeug und Sportgerät. Blaufelden 2005.
- Mark A. Keefe: The Benelli Vinci. In: American Rifleman online
- Pete Moore: Browning Maxus Semi-Auto. In: Gun Mart Magazine online
- Peter Schäfer: Flintenschießen leicht gemacht. München 1993.
- Robin Scott: Beretta A400 Xplor Unico shotgun review. In: Shooting UK online
- Kyle Wintersteen: Browning Maxus. In: American Hunter online
- Roland Zeitler: Remington Modell 887 NitroMag. Wenn’s ganz dicke kommt. In: Deutsche Jagd Zeitung 3/2010.
- Roland Zeitler: Remington 887 NitroMag. Gepanzert. In dwj 3/2010.

Kommentare:

  1. Danke für den Buch-Tipp. Habe heute auf Amazon das (zur Zeit) letzte deutschsprachige Exemplar (gebraucht) weggekauft!

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  2. Wenn die Waffe nicht unbedingt für 12/89 ausgelegt sein muss, hätte ich noch eine Empfehlung: Franchi "Fast", die ist erst zwei, drei Jahre auf dem Markt, verschießt problemlos 12/76 und 12/70 und wiegt nur knapp über 2,5 Kg. Von der Belastbarkeit her hatte ich bislang dennoch keine Probleme. Gekauft habe ich sie für damals rund 1.000 Euro.

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  3. Ich trage mich auch schon ein paar Monaten mit den Gedanken einen Selbstlader zu kaufen.
    Ich habe wenige Vergleiche gefunden die sich auf anderes als rein "technische" Aussagen berufen.
    Ich habe genau diese drei Waffen aufgrund ihrer Vielseitigkeit im Auge gehabt.
    Die Händler in meiner Region haben sich in der Regel auf Beretta festgelegt si ist ein "Ausprobieren" schwierig.
    Allerdings konnte ich die Maxus schon einmal auf den Schießstand ausprobieren und hatte ein gutes Gefühl. Sie wirkt alltagstauglich und 500 Euro weniger für eine Waffe zu bezahlen macht zumindest bei meiner Frau einen Unterschied aus. ;)
    Danke für den verständlichen und interessanten Test

    Speerschmied

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  4. In der Pirsch 1/2011 war ein zweiseitiger Testbericht der Browning. das Fazit war: "Abgesehen vom Abzugswiderstand ist die Browning Maxus Composite eine sehr robuste, leicht zu handhabende Alltagsflinte für vielfältige Jagderfolge". Zum Abzug hieß es zuvor, er krieche ganz leicht und habe einen eher zu hohen Widerstand (3,1 Kg).

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