Ideologisch: Bundesumweltministerium gegen Auslandsjagd

Der deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) zeigen sich erfreut, dass ein erneuter Vorstoß von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die Einfuhr legaler Jagdtrophäen weiter zu erschweren, bei der EU gescheitert ist.

Mit großer Mehrheit lehnten die anderen EU-Staaten ab, Trophäen nicht gefährdeter Wildarten (Anhang B) genau so zu behandeln wie die gefährdeter Tierarten und einer Einzelfallprüfung zu unterziehen.
Laut DJV und CIC ist der deutsche Vorstoß wissenschaftlich nicht begründet und führt nur zu unnötiger Bürokratie. Die Bonner Abgesandten des Bundesumweltministeriums haben derweil in Brüssel angekündigt, sich weiter für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhr einzusetzen.

DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagte: „Die ständigen Versuche des Umweltministeriums, den Jagdtourismus in Afrika einzuschränken, sind ideologisch motiviert. Es ist bedauerlich, dass im SPD-geführten Umweltministerium über Jagd, Artenschutz und nachhaltige Naturnutzung ohne Einbeziehung der Betroffenen und im Sinne von Klientelinteressen entschieden wird.“
 
Jäger bevormundet und zu "Schädlingsbekämpfern" degradiert?

Schon mehrfach haben NABU und deutscher Naturschutzring das Umweltministerium gedrängt, die Einfuhr von Trophäen ganz verbieten zu lassen oder zumindest wesentlich zu erschweren. Der zuständige Staatsekretär Jochen Flasbarth war früher selbst hauptamtlicher Präsident des NABU.

Regierungen des südlichen und östlichen Afrikas haben indes in Brüssel gegen die Erschwerung der Einfuhren von Trophäen aus legaler und nachhaltiger Jagd protestiert. Dies schade dem Naturschutz und der Erhaltung des Wildes in Afrika. Die nachhaltige Jagd in Afrika steht in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen zur biologischen Vielfalt, das auch Deutschland unterzeichnet hat.
„Die Jagd in Afrika dient, wie auf anderen Kontinenten auch, dem Artenschutz“, betonte Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der Deutschen Delegation im CIC. „Nur wenn dem Wild ein Wert zugemessen wird, wird es auch geschützt. Dies haben mehrere Vertreter von afrikanischen Regierungen wieder bei der Generalversammlung des CIC in Montreux eindrucksvoll erklärt.“


Das Umweltministerium hatte seine Position erneut nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Das Landwirtschaftsministerium hatte den Vorstoß ebenso abgelehnt wie die Konferenz der EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd.

Nach einer Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbandes


Anmerkungen:
Es ist klar, wessen Geistes Kind diese Forderungen sind, die sachlich nicht begründbar sind und vermutlich rechtlich auch gar nicht haltbar sein würden.
Im Wahlkampfmodus propagieren auch Die Grünen das Thema wieder einmal, so als hätten sie nicht gerade damit zu kämpfen, überhaupt Platz 5 im nächsten deutschen Bundestag zu schaffen.

Tatsache ist, dass es keinen Grund gibt, die Jagd im Ausland per se abzulehnen. Warum sollten deutsche Jäger beispielsweise keinen der jeweils hunderttausenden Schwarzbären in den Nordamerika, Stück Rotwild in Schottland oder Oryx im südlichen Afrika erlegen und ihre Trophäen mitnehmen?

Es gibt im Gegenteil gute Gründe, die legale Trophäenjagd nachhaltig zu fördern, denn sie generiert nicht nur Mittel gegen Wilderei, sorgt für Einkommen in den Jagdländern (alleine in Südafrika hängen rund 50.000 Jobs an der Jagd), darunter auch in entlegensten Gebieten, wo kein (im Übrigen ökologisch oft fragwürdiger) Massentourismus herrscht oder fördert über den Wert des Wildes darüber hinaus sogar das Bestehen ganzer Arten, die ohne Jäger heute so nicht mehr existieren würden.