Preparedness und Survival. Ein alter neuer Blick.

Die Bewegung derer, die sich auf so etwas wie "das Ende der Welt wie wir sie kennen" vorbereiten, ist nicht nur in den USA stark, sondern auch in Deutschland. Bücher und Internetforen zu einschlägigen Themen oder Onlineshops mit einschlägigen Produkten sprechen eine klare Sprache. Ich denke, daß vieles an dieser Bewegung und dem was sie denkt richtig ist, vieles aber auch falsch. Ich möchte mit diesem Beitrag einen neuen Blick auf das Thema Preparedness und Survival ermöglichen. Keine Theorie. Eine ganz erprobte Perspektive.
Das Szenario sieht in der Regel so oder so ähnlich aus: weil unsere Gesellschaft so verletzlich ist, können wir nicht ausschließen, was der US-Autor James Wesley, Rawles als nahezu unaufhaltbare Kettenreaktion ("almost unstoppable chain of events") bezeichnet: nämlich eine Abfolge von Zusammenbruch der Energieversorgung, gefolgt vom Zusammenbruch der örtlichen Wasserversorgung, Unterbrechung der Nahrungsmittelversorgung, gefolgt vom Kollaps von Recht und Gesetz, gefolgt von Feuer und Brandstifung sowie umfangreichen Plünderungen gefolgt von umherstreifenden Haufen Krimineller aus den großen Städten (in seinem berühmten und auch auf Deutsch erhältlichen Buch "How to Survive The End of The World as we Know it").    
       
 
Wir vertrauen uns selbst.


Annahme 1: Ein Zusammenbruch von Versorgung und Ordnung ist durchaus möglich
Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß in vielen verschiedenen Situationen, darunter auch solche, die der Verfasser selbst miterlebt hat, die oben beschriebenen oder ähnliche Phänomene aufgetreten sind. Ein paar Beispiele:
- Die Situation für die Zivilisten im Jugoslawienkrieg und den Folgekonflikten 1991 bis 1998;
- die Folgen von Hurrikan Katrina in den USA 2005;
- die Situation der weißen Farmer in Südafrika, beispielsweise Ende 2012 am Westkap;
- die bürgerkriegsähnlichen Zustände und Hungerrevolten in Griechenland Ende 2012 oder
- die gewalttätigen Rassenkrawalle in England 2001 und in mehreren Folgejahren.
      
Jetzt mag man einwänden, alle diese Vorgänge hätten nicht in Deutschland stattgefunden und hier wäre so etwas nicht möglich, weil ausgerechnet unser Staat und unsere Gesellschaft funktioniere. Die Basis dieser Annahme ist grundlegend falsch, denn Deutschland ist 2013 nicht in der stabilen und unumkehrbaren Endstufe einer besonders hoch stehenden gesellschaftlichen und politischen Entwicklung angekommen.
     
Warum ist das sehr, sehr unwahrscheinlich?
Sowohl in historischer Hinsicht als auch in geographischer Hinsicht hat es einen solchen Zustand jemals gegeben. Was uns heute unvorstellbar erscheint, ist es nicht:
- Wer hätte zum Beispiel 1988 an das Ende der DDR und des ganzen hochgerüsteten Ostblock gedacht?
- Wer hätte sich vorstellen können, daß ein paar Moslemextremisten am 11. September 2001 die Supermacht USA herausfordern und mehr oder weniger Auslöser mehrerer Kriege und jahrzehntelanger, weltweiter Überwachungsmaßnahmen sind?
- Wer hätte Anfang der 90er Jahre gedacht, dass das hochgerüstete und militärisch unbesiegte Südafrika zusammenbricht und auf einmal von einem Mann geführt wird, der jahrzehntelang völlig abgeschottet im Gefängnis gesessen hat?
- Wer hätte gedacht, daß das sozialistische Musterland Jugoslawien, das erfolgreich jahrzehntelang dem Westen und dem Ostblock getrotzt hat in mehrere Teile zerbricht, in denen sich die einzelnen Völker mit in Europa vergessen geglaubtem Hass gegenseitig auszulöschen versuchen?
    
Es würde beliebig viele weitere Beispiele geben. Eins ist klar: Nur, weil wir uns bestimmte Entwicklungen, jetzt nicht vorstellen können, bedeutet das nichts über ihre Eintrittswahrscheinlichkeit. Historisch und geographisch ist die Situation in der Bundesrepublik leider eine temporäre Anomalie und nicht der Maßstab. Jede Fernreise abseits der bewachten Touristenkomplexe zeigt uns das.
         
   

Nicht bei uns.
         
Was mag in Deutschland passieren?
Wir wissen es nicht. Fest steht, daß unsere Gesellschaft immer heterogener wird und auseinanderdriftet. Wir zersplittern in reichere und ärmere Bevölkerungsschichten, die faktisch in verschiedenen Welten leben; in Gebildetere und Ungebildetere, die ihre Situation an ihre Kinder vererben; in neu Zugewanderte, in hier seit langem lebende Ausländer und in Deutsche - alle mit teilweise unvereinbaren Anschauungen; in verschiedene Ethnien, Religionen und politische Anschauungen. Radikale von Rechts oder Links und religiöse Extremisten wie der radikale Islam sind zahlen- und aktivitätsmäßig stärker denn je. Die Liste ließe sich beliebig verlängern und Zuwanderung, offene Grenzen, der Abschied weiter Bevölkerungsteile aus der Mitwirkung an der Politik, eine Erosion des Rechtsempfindens und viele andere Faktoren tragen das ihre dazu bei, die Situation zu verschärfen. Und oben drauf sitzt ein Staat, der weniger und weniger in der Lage ist, uns Schutz, Beschäftigung und wirtschaftliche Stabilität zu garantieren. Die Eurokrise hat im Gegenteil weite Bevölkerungsteile im Hinblick auf ihre Zukunftsaussichten verunsichert: Faktisch haben die Deutschen ihr Geld für ein waghalsiges politisches Projekt verwettet. Das kann gut gehen, muß aber nicht.
    
Lassen wir uns zusammenfassen
Es ist unklug anzunehmen, daß das Leben im Schlaraffenland Deutschland unbegrenzt und ungehindert wie bisher fortgesetzt werden kann - schon weil es in weiten Teilen von Anderen abhängig ist, vom ungehinderten Export, vom Zugang zu Rohstoffen und Handelswegen, von der wirtschaftlichen Stabilität der Welt und erst recht der Eurozone und so weiter. Es ist klug, sich darauf vorzubereiten, falls sich die Situation ändert und wir unseren Schutz und unsere Versorgung wenigstens in Teilen stärker selbst bestimmen müssen.
         
  
Stand your ground
   
     
Annahme 2: Sinnvolles Preparedness und Survival ist eine Verbindung von Einstellung und alltagstauglicher Lebensart
Wir kennen alle diese Bücher und ich gebe zu, ich lese sie auch gerne: Vorbereitung auf die Endzeit: Der ständig gepackte Fluchtrucksack, regalweise Konserven, Waffen und Munition wie für eine eigene Streitmacht und Spezialgerät und geheimnisvolle Kenntnisse und Fertigkeiten für den Fall der Fälle.
Die Leute, die sich vorbereiten zerfallen grob gesagt in diejenigen, die lernen natürlich zu konservieren, eigene Landwirtschaft betreiben und Fluchtgepäck packen (das ist die weit überwiegende Mehrheit dieser Bewegung in Deutschland) und diejenigen, die das Problem mit genug Sprit, einem Notstromaggregat und Munition lösen wollen (die dürften in den USA den größeren Teil ausmachen). Ich denke, beides ist im Hinblick auf die Problemstellung nicht sinnvoll. Oder lassen Sie es mich anders formulieren: Ich habe weder die Absicht, mich irgendwann von Gräsern und Pflanzen zu ernähren, noch meine Militärzeit permanent notdürftig und für mich alleine zu verlängern. Ich will eine Vorbereitung, die zu mir und meinen Bedürfnissen paßt und mir auch Freude bereiten kann. Ich will aber auch eine robuste Vorbereitung und bei allen möglichen Problemstellungen in der Lage sein, flexibel und bestimmt handeln zu können, um meine Familie wirkungsvoll schützen zu können. Es gibt dafür Vorbilder.
      
Ich weiß aus eigener Anschauung, wie Menschen auf den abgelegenen Farmen Südafrikas und Südwestafrikas (Namibias) leben und generationenlang gelebt haben. Generationenlang ist kein Schlagwort. Selbst, wenn man beim Burenkrieg 1899-1902 anfängt, in dem die Buren wie wenige Zivilbevölkerungen zuvor auch selbst das Kriegsziel der Briten waren, sind es über 110 Jahre. Sie haben Weltkriege, Bürgerkriege, Hungersnöte, Wasserknappheit, den gegenwärtigen Genozid an weißen Farmern in Südafrika, eine ausufernde Kriminalität, ständige Stromknappheit, Seuchen bei Tier und Mensch, korrupte und ineffiziente Regime und Behörden und noch viel mehr erlebt. Und doch leben sie, pflanzen sich fort und sind im Großen und Ganzen so glücklich wie andere Menschen auch. Vielleicht glücklicher.
    
Wie machen sie das? Und: Kann man das auf Deutschland übertragen?
Nun, sie haben eine grundsätzlich andere Einstellung und zudem eine bestimmte Lebensart: Die Einstellung ist es, neudeutsch das Mind-set. Und alles andere kommt danach: Das ganze Leben draußen, intensiv zur Jagd gehen, der Witterung und anderen Widrigkeiten trotzen, eine gesunde Einstellung zu Waffen und Selbstverteidigung, mit eigenen Händen Fleisch verarbeiten, Holz machen, das Land in Schuß halten und ständig gut auf sich und die seinen acht geben – und für all das das notwendige Gerät bereit halten und nutzen und andere in der Nutzung lehren. Das ist schon alles. Und man kann das etwas abgewandelt auch hier machen.
     
1) Einstellung
Die beste Erklärung der Bedeutung der richtigen Einstellung für die Bewältigung einer Situation liefert zugegebenermaßen kein Südafrikaner, sondern der US-Amerikaner Jeff Cooper. Aber natürlich ist das, was er beschreibt, mehr oder weniger die Art wie die Menschen dort mit der permanenten Bedrohung fertig werden. Cooper sagt, das Entscheidende im einer potenziell tödlichen Konfrontation ist nicht die Waffe und auch nicht ihre Beherrschung oder andere Selbstverteidigungskenntnisse. Entscheidend ist das "combat mindset", die psychische Disposition zur Auseinandersetzung, die Fähigkeit, mental auf Konflikt umzuschalten. Er unterscheidet dazu in mehrere Stufen, die er mit Farben codiert:
- Zustand "Weiß" bedeutet vollständig unaufmerksam und unvorbereitet zu sein. Man ist weit davon entfernt, irgendeine Bedrohung für wahrscheinlich zu halten.
- Zustand "Gelb" bedeutet relaxed alarmiert zu sein. Zwar liegt hierbei keine konkrete Bedrohung vor, aber die Einstellung ist "today could be the day I may have to defend myself", heute kann vielleicht der Tag sein, an dem ich mich verteidigen muß. Man ist grundsätzlich bereit, einer Bedrohung zu begegnen. Die Sinne sind aufmerksam, man nimmt bewußt seine Umwelt wahr.
- Zustand "Orange" bedeutet man ist im einem Zustand spezifischer Alarmiertheit. Man hat etwas potenziell Bedrohliches wahrgenommen und klärt ob und wie man bedroht wird und wie man dem begegnen wird (wenn X passiert, werde ich Y tun).
- Zustand "Rot" bedeutet die Einstellung zum Kampf und zum Bewältigen einer unmitelbar bedrohlichen Situation. X ist eingetreten und Y wird konsequent verfolgt.
     
Aber lassen wir Jeff Cooper in Frieden ruhen und auch nicht der akademischen Frage nachgehen, wer als erster diesen Code erfunden hat. Entscheidend ist, die Frage, in welchem Zustand man sich befindet und wie schnell man sich, wenn nötig, in den Zustand "Rot" versetzen kann. In Deutschland dürfte die weit, weit überwiegende Mehrheit sich permanent im Zustand "Weiß" befinden und auch nicht in der Lage sein, in einen höheren umzuschalten. In Notzeiten oder bei gefährlichen Berufen ändert sich das sicherlich, aber im Großen und Ganzen ist schon der Gedanke an eine elementare Herausforderung abwegig. Der ein oder andere sucht mit einer gefährlichen Freizeitbeschäftigung temporär einen Weg aus dieser als langweilig empfundenen scheinbaren Idylle, aber die Mehrheit schaltet im übertragenen Sinne gelangweilt auf einen anderen Fernsehkanal um. Wer aber anders konditioniert ist, ist in der Lage, bei einer Einkaufsfahrt in die nächste Ortschaft auch eine tödliche Bedrohung in Form eines Hinterhalts hinter einer Kurve zu überstehen oder aus der Nachtruhe heraus den Angriff einer Gang auf die Farm abzuwehren - und zwar ohne permanent im Zustand "Rot" zu sein. Fiktion? Nein, genau so leben die Menschen, denen Gefahr gegenwärtig ist. Wenn Sie in der Lage sind, in "Gelb" zu leben und schnell "hochzufahren", sind Sie meiner Meinung nach im Wesentlichen "prepared".
Einer meiner Freunde in Südafrika hat, als eine Zeit lang die Gang-Übergriffe in seiner Gegend immer näher kamen und immer brutaler abliefen, zu mir gesagt "Ich weiß, was da passiert, aber ich bin immer wachsam. Die ganze Zeit. Und glaube mir, ich bin vorbereitet." Ob wir zusammen zur Jagd gehen oder unter seiner Veranda sitzen. Er hat immer den gleichen aufmerksamen Blick.
            
2) Draußen
Fangen wir vorne an: Wie viel Zeit verbringen wir draußen – und zwar mit unserer Familie? Es kann so unendlich viel Freude machen, bei Wind und Wetter im Wald, auf dem Feld und sonst wo draußen zu sein. Auch Regen und Morgennebel und Schneegestöber haben ihre eigene Schönheit und können Freude machen. Nicht von Innen zum Anschauen. Draußen. Den jahreszeitlichen Ablauf zu beobachten, zu lernen und zu erfahren und weiterzugeben, zum Beispiel wie man sich warm hält, was man tut, wenn man naß geschwitzt ist, mit welchen Farben man auffällt und mit welchen man sich in die Landschaft einfügt, Tierspuren zu suchen und zu lesen und die Spuren, die Menschen hinterlassen, zu lernen, im Wald den Mund zu halten und sich leise fortzubewegen, sich einen Unterschlupf zu bauen, draußen zu schlafen, Feuer zu machen und Nahrung zuzubereiten. Ehrlich, das alles halte ich für normal, mehr noch. Es macht mir mit den Kindern zusammen unendlich viel Freude.
Kein Farmer im südlichen Afrika würde das draußen sein und den Umgang mit der dort zu findenden Witterung als etwas Besonderes empfinden. Versuchen Sie es. Natürlich sind Sie und Ihre Kinder, wenn Sie wetterhart und körperliche Anstrengung gewohnt sind, in einem anderen Zustand und anders vorbereitet, als wenn Sie zu Hause bleiben. Wenn Sie naß sind, weil sie vor Anstrengung schwitzen und es gleichzeitig regnet, und wissen, wie sie damit umzugehen haben, dann sind Sie weiter als 90 Prozent Ihrer Mitbürger.
       
    
    
   
3) Jagd
Und was ist mit der Jagd? Etwas ganz normales. Natürlich sind Waffen im Haus. Und Munition. Flinten, verschiedene Büchsen und Kurzwaffen Und Optiken: Zielfernrohre, Spektive und Ferngläser. Und natürlich wird damit verantwortungsvoll umgegangen und intensiv geübt. Eine hohe Ersttrefferwahrscheinlichkeit, das schnelle und präzise Ansprechen und Töten von Wild ist schließlich das Ziel. Und ehrlich, ich halte es für so selbstverständlich wie lesen und schreiben, ein Ziel auf 100 m mit dem ersten Schuß treffen zu können.
In Deutschland ist das wieder alles schwierig. Kinder können erst ab 16 den Jugendjagdschein machen. Bis 12 dürfen sie noch nicht einmal mit einem Luftgewehr schießen. Lächerlich. Viele Kinder in anderen Teilen der Welt beweisen das. Sie haben ballistische Grundkenntnisse, kennen die Sicherheitsregeln von Jeff Cooper im Schlaf und können mit dem genannten optischen Gerät umgehen. Sie wissen so viel über die Anatomie des Tieres, daß sie es schnell erlegen können, sie haben gesehen, wie man ein Tier zerwirkt und sie werden zur gegebenen Zeit selbst jagen, wenn es ihnen Freude bereitet. Wenn ich den 12-jährigen von meinem Freund in Namibia auf die Jagd gehen sehe, kommt das keinem von uns komisch vor - seinen Eltern nicht, mir nicht, ihm nicht und auch meinen eigenen Kindern nicht.
     
Und wenn Sie mir jetzt mit School Shootings kommen wollen? Vergessen Sie es! Psychisch kranke und vernachlässigte Jugendliche, schädliche mediale Vorbilder und leichtfertiger Zugang zu Waffen sind eine gefährliche Mischung. Gesunde Kinder, die draußen sind, Erfolgserlebnisse haben und erfüllend Jagd, Fischfang und Natur erleben sind es nicht. Fälle, die dies auch nur ansatzweise erlauben anzunehmen gibt es nicht. Bleiben wir schön bei den Fakten.
    
Wer seine Kenntnisse hinsichtlich Jagd und Waffengebrauch selbst ständig vervollkommnet und weitergibt, hat sagen wir die Hälfte des Weges geschafft. Jetzt werden Sie sagen, Jagd ist nicht nur Tieren nachstellen und sie erlegen. Richtig. Aber wir haben das Leben draußen ja unter 1) behandelt. Was wir da machen, deckt weite Teile der Jagd jenseits des Schusses ab. Und auf der Jagd sind Sie permanent wie im Zustand "Gelb" oder "Orange" - auch, wenn Sie nicht auf wehrhaftes Wild jagen. Jedenfalls arbeiten ihre Sinne genau so.
                  
4) Mit eigenen Händen
Wir schlachten nicht selbst, aber wir zerwirken Wild. Wir wissen, was man aus einem Tier macht, um es endlich auf den Grill legen zu können und wir haben und kennen das Gerät dazu. Und wir angeln manchmal und fangen, töten und essen Fisch. Und wir kennen Feldfrüchte und andere Lebensmittel und schauen sie uns gerne an, wenn die Jahreszeit dazu ist. Wir wissen, was das Wild zu sich nimmt und wo es das findet.
     
Wir schlagen Holz und kennen und benutzen Sägen, Äxte, Beile und anderes Gerät und wir wissen, wie wir es lagern und verbrennen müssen. Wir kennen und benutzen Spaten, Schaufeln, Spitzhacken, Macheten, Astscheren und vieles mehr. Und wenn es nur im Garten ist. Und wir reparieren so viel wie möglich selbst, mit Draht und Panzertape und Dachpappe und Beton. Das sieht nicht immer sehr gut aus, aber wir lernen jedes Mal etwas hinzu und es macht Spaß.
     
Wenn Fremde in der Straße sind, dann schauen wir, was die machen. Oder, wenn jemand vielleicht Hilfe braucht, zum Beispiel, weil ein alter Mensch im Schnee nicht zu Fuß seinen Einkauf unseren Hügel hinauf tragen kann. Wir sind aufmerksam. Wir wissen, wer bei uns wohnt und wer nicht.
Und wenn Sie das Pech haben, bei uns einzubrechen, werden wir Sie rücksichtslos mit allem bekämpfen, was wir haben. Deshalb haben wir keine Angst. Auch die Kinder nicht. Wir wissen, daß wir auf unserem Grund mit unseren Mitteln überlegen und vor allem im Recht sind. Und wir wollen um keinen Preis Opfer sein. Wir rufen die Polizei, wenn wir damit fertig sind, einen gegenwärtigen Angriff auf uns selbst und unser Eigentum abzuwehren. Weil in der Nachbarschaft neulich drei kräftige Südländer versucht haben einzubrechen, werden wir davon ausgehen, daß Sie ebenfalls mindestens in dieser Formation kommen und wir werden entsprechend handeln. Unbedingten Selbstbehauptungswillen nenne ich das.
      

Selbstverteidigung und Selbstjustiz sind verschiedene Dinge (Burenkommando)

5) Vorratshaltung
Auf einer Farm kauft man niemals nur ein Teil und man hat immer ein Back-up und das ist beides auch mir in Fleisch und Blut übergegangen. Wir haben genug Holz zum Heizen für zwei Winter, wir haben genug zu essen und zu trinken, um zwei Wochen auf uns alleine gestellt durchzuhalten (wissen Sie, wir wollen keinen Atomkrieg schaffen, sondern einen Engpaß überbrücken), Licht haben wir wesentlich länger und zwar in Form von Kerzen, Petroleum- und Benzinlampen und für den Notfall Taschenlampen, wir haben Schlafsäcke und Ansitzsäcke und Decken und halten uns gerne damit warm und machen es uns gemütlich, wir haben alles, was man braucht, um draußen essen zuzubereiten (gußeiserne Pfannen und Töpfe aus Südafrika, aber auch Ominfuel- und Gaskocher nebst Kochgeschirr, Thermen und Thermoskannen usw.) und wir machen das auch gelegentlich. Es macht uns Spaß. Es ist immer alles einsatzbereit, denn vielleicht ist man kurzfristig auf eine Jagd eingeladen oder entschließt sich zu einem Tag draußen. Das bedeutet, alles funktioniert und wir haben die notwendigen Ersatzteile – und sei es eine spezielle Batterie für ein Zielfernrohr mit Leuchtabsehen.
       
Das war es schon. Sie sehen, es hat sehr viel mit Kindern zu tun. Natürlich. Ich denke, ich alleine habe das richtige Mind-set. Aber ich möchte es weitergeben und wissen Sie was – dabei praktiziert und vervollkommnet man seine Kenntnisse. Was denken Sie, wenn Sie von einer Neunjährigen beim Lesen von Rehwildspuren um Längen geschlagen werden? Sie denken „toll“, wenn Sie es ihr beigebracht haben. Das ist alles, worum es geht. Das gleiche Mädchen kennt nämlich die Antwort auf die Frage, wer allein in der Lage ist, sie vor allem Ungemach von Außen zu schützen. „Ich selbst“ wird sie auf diese Frage antworten. „Ich selbst und das, was ich kann“.
  
Verweise