Wir pirschen den ganzen Morgen. Sehen Hartebeeste, Zebras und Wildebeeste. Sie sind entweder zu weit weg und weichen aus oder stehen nebeneinander oder hintereinander oder halbspitz oder es stimmt sonst irgendetwas nicht.
Und kapitale Zebrabullen wachsen eben auch nicht an Bäumen. Schließlich ist es ab zehn Uhr sehr heiß. Das hätte keiner gedacht. Wir kürzen das Verfahren wieder ab. Wir laufen einfach über die riesige große Grasfläche in der Mitte dieses Tals. Natürlich bringt das Unruhe. Na und. Das beruhigt sich schon wieder. Bis nach elf Uhr liege ich wieder über eine Stunde lang ständig bereit hinter dem Zweibein. Neues Wild zieht vorbei.
Wie am Vortag in dem anderen Tal schlafen mir abwechselnd Hände und Beine ein. Was macht das schon. Das ist mir alles völlig egal. So auch die Frage nach Essen oder Trinken oder sonst etwas. Wir sind im Busch. Das ist genug. John scheint es ähnlich zu sehen.
Endlich nach einer weiteren Stunde kommen einige Zebras, darunter ein schwerer Junge, mindestens zehn Jahre alt. Das Tier bleibt stehen. Geht vor. Geht zurück. Bleibt wieder stehen. Der PH nickt. Ich gehe ins Ziel. Schuß. Ich zerschieße ihm das Schulterblatt und verletze das andere Schulterblatt. Wir finden später das aufgepilzte Geschoss, dass beide Knochen durchschlagen hat und hinter dem zweiten unter der Haut stecken geblieben ist. Das Zebra liegt, bewegt sich aber noch stark. Erst die verdammte Büchse umständlich wieder laden. Ich nähere mich schußbereit und erlege es mit einem Kammerschuß.
Wir bringen das Tier zum Zerwirken. Ich werde zum Kaffeetrinken eingeladen. Auch ein Südafrikaner mit britischen Wurzeln. Auch ein feiner Kerl. Er wohnt alleine in diesem Außenposten. Ein paar Trophäen, eine unordentliche leere Küche, ein großer Kühlschrank. Ein Männerhaushalt. Einfach. Ich beneide ihn, so weit draußen zu wohnen. Es ist das Land. Das mag einige Nachteile haben. Mar ek es frej. Er versteht.
Abends pirschen wir erneut erfolglos auf Waterbuck. Wir gehen vorbei an aufgegebenen Farmen. Man mag es nicht verstehen, aber jede von ihnen tut mir weh. Das ganze Land ist mit einem dichten grünen Teppich bedeckt. Es ist herrlich. Ich will wieder einfach nicht von hier weg.
Ambush Waterbuck
Donnerstags stehen wir schon um 5.30 Uhr am Auto. Es ist weniger kalt, als an den Vortagen. Wir pirschen in einem nassen grünen Tal auf Waterbuck. Wir haben wieder nicht sofort Glück. Drei Mal treten wir an. Entweder sie stehen zu dicht beieinander oder sie sind zu jung oder es gibt irgend ein anderes Problem. Nach Stunden nähert sich ein schönes Tier. Es ist genau richtig. Es steht rund 160 m bergauf. Nachdem ich meine Hände wieder benutzen kann und wir es lange im Fernglas und im Zielfernrohr betrachtet haben, fällt die Entscheidung. Kammerschuß. 15 Meter Fluchtstrecke. Das Tier liegt.
Als wir hinkommen bemerke ich den starken charakteristischen Geruch. Beim Verladen auf den Geländewagen beschmiere ich mir Hände und Kleidung mit der öligen Substanz mit der das Fell geschützt ist. Im Wageninneren stinkt es erbärmlich.
Der Tag ist noch nicht zu Ende. Ein letzter Pirschgang steht an. Ich habe noch keine der kleineren Antilopen gejagt. Es soll heute noch ein Duiker (Ducker) werden. Wieder eine lange Fahrt. Ein intensives Beobachten. Lange Gänge in den küstennahen Hügeln. Der heftige Wind und die Dämmerung machen aus dem grünen Tal eine einzigartige Kulisse. Schließlich kurz vor sechs im letzten Büchsenlicht gelingt mir die Erlegung eines vierjährigen Duikers. Es gibt trotz der 400 Grains Geschossgewicht eine Fluchtstrecke von 30 Metern und wir müssen im Dickbusch nachsuchen.
Die Jagd endet. Es werden abends nur wenige Castle Bier. Ich bin wie immer deprimiert, wenn ich Afrika verlassen muß. Ich reinige meine Waffe, räume mein Gepäck ein. Die lärmenden Mäuse stören wieder die Nachtruhe. Ich bin aber müde genug und schlafe rasch ein.
Morgens verabschiedet mich Regen. Der erste seit meiner Ankunft. Paßt aber gut zur Stimmung. Ich fliege zurück nach Johannesburg und warte dann auf meinen Weiterflug nach Frankfurt. Am Flughafen wieder andere Prozeduren. In Port Elizabeth soll ich die Munition zur Waffe packen. In Johannesburg sofort wieder raus. Erst soll ich eine Handling Fee an Lufthansa zahlen, dann doch wieder nicht. Einfach chaotisch wie immer. Schließlich kann ich mehr zufällig als beabsichtigt in einem langen Flughafengang aber noch eine Bar finden, die Fernseher hat. Ich verhandele ein bißchen mit der Chefin und wirklich. Sie schaltet um und läßt mich das Rugby-Spiel der südafrikanischen Springböcke gegen Neuseeland ansehen. Ein spannendes Spiel und es gibt Castle vom Faß. Noch bevor es endet, beginnt das Boarding. Aber schließlich siegen die Springbokke.
Verweise
- Neue Jagderlebnisse in Südafrika (1)
- Jagderlebnisse in Südafrika (2)
- Jagderlebnisse in Südafrika (1)
- Literatur zur Jagdreise nach Südafrika
Tolle Schilderung, da möchte man doch gerne dabei gewesen sein.
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