Wer Zweifel daran hat, dass der Umgang mit Andersdenkenden insbesondere im Hinblick auf Legalwaffen und alles, was (vermeintlich) damit zu tun hat, in Deutschland konstruktiv und offen ist, kann sich oft von Beispielen der Intoleranz bestätigt fühlen. In Köln wurde letzte Woche zum Beispiel ein "Waffenladen" neu eröffnet. Dagegen richtete sich rasch der (gelenkte?) "Volkszorn" in einer Art und Weise, die traurige Assoziationen aufkommen lassen kann. Jedenfalls bei uns.
Ein Filmbericht des Kölner Stadt Anzeiger zeigt angebliche Anwohner, die gegen einen "Waffenladen" in der Kölner Südstadt demonstrieren. Mit dabei ist ein Kölner SPD-Ratsherr ("für ihn ist dieser Laden eine Gefahr für die Südstadt" heißt es im Kommentar).
Initiiert wurde der Protest offenbar von Kölner Jusos. Die Jusos, deren heute merkwürdig wirkende vollständige Bezeichnung "Jungsozialisten" in der Außendarstellung kaum mehr auftaucht, gehören in Nordrhein Westfalen mehrheitlich dem linken Flügel an und weisen sich aus als "Wir sind links, feministisch und international".
Offenbar war für eine geneigte Presse gesorgt, denn "Riesen Aufregung in der Südstadt" suggeriert der Sprecher und im Bild erscheinen Softairs, Messer (darunter Schweizer Taschenmesser!) und Outdoor-Bekleidung. Eine aufgeregte ältere Frau will dem Ladenbesitzer einen Gandhi-Film schenken, damit er "einen Sinneswandel bekommt" und nicht mehr "mit Gewalt sein Geld" verdient.
Wir finden, dass hier der Anfang zu einer Progromstimmung entstehen kann. Gegen Läden, deren Besitzer sich nichts haben zu schulden kommen lassen, wird der Druck der Straße mobilisiert. Man kann diesen persönlichen Eindruck überzeichnet finden, gut, aber es ist unbestreitbar fraglich, ob jemand unter den Augen der moralisch Entrüsteten gerne in diesen Laden gehen oder gar mit einem Einkauf herauskommen möchte?
Der entsprechende Artikel im Kölner Stadt Anzeiger ist jedenfalls stellenweise erstaunlich entlarvend (Hervorhebung durch uns). So heißt es z.B. "Zahlreiche Südstädter wollen den Laden hier nicht dulden. Auf Initiative der Jusos haben nahezu 150 Bürger am Wochenende vor dem Geschäft demonstriert." Und gleich gibt es eine Art Aktionsbündnis 2.0 aus den Reihen der evangelischen Kirche: "Schon hat sich eine Bürgerinitiative „Veedel ohne Waffen“ gegründet - bei einer Versammlung in der Lutherkirche. Der Südstadtpfarrer Hans Mörtter hatte eingeladen, der Saal war rappelvoll. „Wir wollen sanften Druck ausüben, dass der Laden so bald wie möglich verschwindet“, sagt er. Interessant ist, wie hier mit der wirtschaftlichen Existenz mehrerer Personen umgegangen wird. Zumal man nicht etwa sagen kann, dass die Kölner Südstadt durch besondere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auffällt. Die Existenz der zahlreichen Pornokinos, Kneipen und Spielhallen hat bisher auch nicht für eine Beunruhigung der Bevölkerung gesorgt, die trotz des mundartlichen Ausdrucks "Veedel" [Stadtviertel], der wahrscheinlich Lokalkolorit verleihen soll, vermutlich in Wirklichkeit auch wenig an dieser Thematik interessiert ist.
Der Artikel weist auf Anzeichen von Diskriminierung hin, indem Furcht vor Namensnennung (um sich nicht dem Protest auszusetzen?) und eine Art Distanzierung erfolgen. So heißt es "Die Eigentümerin der Räume, die namentlich nicht genannt werden möchte, ist hin- und hergerissen. Bei der Vermietung, die über eine Hausverwaltung erfolgte, sei ihr das Angebot gar nicht so bewusst gewesen, betont sie."
In einem Artikel des Kölner Express aus dem gleichen Verlag wird erwähnt, dass der Pfarrer seine Mission fortsetzt: "Pfarrer Hans Mörtter will jeden Samstag ab 12 Uhr eine Mahnwache vor dem Laden abhalten."
Die lokale SPD textet auf Ihrer Seite "Wo früher einmal die Firma Stiller ein Bäder-Einrichtungsgeschäft hatte, danach das "Inferno" residierte, hat jetzt ein merkwürdiges Geschäft eröffnet. Es nennt sich in modische Anglizimen gekleidet "Outdoor, Defense and More". Doch dahinter steckt Tückisches: eine große Messerauswahl z.B. solche, die niemand bei sich tragen darf, Teleskopschlagstöcke und täuschend echte Waffenimmitate sind zu haben. Für unsere Pänz [Kinder] ab 14 Jahre! Und das Geschäft liegt auf deren Schul- und Freizeitwegen."
Im Flugblatt der Jusos heißt es unter "Unser Veedel ohne Waffen" zur wirtschaftlichen Existenz des Ladens "Jusos aus der Südstadt fordern sofortige Schließung des neuen Waffengeschäfts!" und unpassenderweise wird ein kritischer Kneipenwirt (!) zitiert, der sich um die Kinder sorgt ("dass sind Kriegswaffen!“). Aber angeblich sollen Softairs nicht nur in Kriegen Verwendung finden, sondern auch schweren Verbrechen Vorschub leisten, denn es heißt weiter "Solche täuschend echte Imitate, Softair- und Schreckschusswaffen sind vielmehr geeignet, Überfälle zu verüben [die "Waffen" selbst wohlgemerkt!?]. Diese in unmittelbarer Nähe der Schulen in Loreleystraße, Elsaßstraße und Zugweg zu vertreiben ist unverantwortlich."
Dagegen muß natürlich das ganze Programm des Straßenprotestes aufgefahren werden: "Am kommenden Samstag, 27. November, werden wir auf der Bonner Straße Flyer verteilen. Darüberhinaus wird es sowohl eine Internetseite zum Meinungsaustausch als auch eine Unterschriftensammlung geben. Mit prominenter Unterstützung ist zu rechnen, zudem haben sich bereits einige Kneipenwirte der Südstadt der Aktion angeschlossen."
Auf die Meldung aufmerksam geworden sind wir eigentlich aus ganz anderen Gründen. Am 29.11. ist in Köln auf offener Straße ein Paar erschossen worden. Die Polizei sucht den mutmaßlichen flüchtigen Täter Mustafa Tilki (41) wie Bild Köln schreibt. Die Suchmaschine warf aber neben dem gewünschten Artikel der Bildzeitung die Geschichte des "Waffenladens" aus - und einen Artikel über einen aktuellen bewaffneten Raubüberfall. Es ist fast klar, dass am wenige Kilometer entfernten Ort des Todes zweier Menschen keine Mahnwache, keine Demonstration und auch sonst nichts stattfindet, wo der Pfarrer, der Ratsherr, die Jusos und andere teilnehmen.
Die Vorgehensweise der Demonstranten (von denen wir nicht glauben, dass es sich mehrheitlich um Anwohner handelt) und der Initiatoren der Aktionen gegen den Laden halten wir dem politischen Klima und der Kultur der inhaltlichen Auseinandersetzung in Deutschland für nicht zuträglich und für die wirtschaftliche Existenz eines neuen Geschäfts für fatal. Die Reaktionen und Statements sind derart überzogen, dass sie fast schon unfreiwillig komisch wären, wenn sie nicht ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit dem Thema Legalwaffen und benachbarter Bereiche werfen würden.
In einem Lied der Kölner Gruppe BAP ("Kristallnacht") hieß es vor Jahren (auch wenn es für Nicht-Kölner schwer zu verstehen ist): "Et' rüsch noh Kristallnaach. In der Ruhe vor'm Sturm – was ist das? Ganz klammheimlich verlässt wer die Stadt. Honoratioren inkognito hasten vorbei - offiziell sind die nicht gern dabei, wenn die Volksseele - allzeit bereit Richtung Siedepunkt wütet un schreit: "Heil - Halali" un grenzenlos geil noh Vergeltung brüllt, zitternd vüür Neid. In der Kristallnacht. ... Auf dem Mark tagt das jüngste Gericht, unmaskiert, mit seinem wahren Gesicht, werden Steine gesammelt, zu Messern gewetzt auf die, die der Lynchmob gehetzt." BAP wollte damit vermutlich u.a. sagen, dass eine Gesellschaft vorsichtig mit Ausgrenzung, mit Feindbildern und Konfrontation sein muß.
Aber das ist natürlich eine ganz andere Geschichte .
Eigentlich ist bei einem Jahr Existenz des JagdWaffenNetzwerks ein ganz anderer Artikel für heute geplant gewesen, nämlich ein kurzer Rück- und Ausblick. Aber diese Story, deren "Berichterstattung" und Rückschlüsse auf unsere Diskussionskultur wirklich bemerkenswert sind, ist dazwischen gekommen. Man möchte es fast nicht glauben, mit wie viel moralischer Entrüstung im Gesicht einige Protagonisten in dem Filmchen auftauchen. Und was ist passiert: Irgendwo macht ein kleiner Laden auf, in dem erlaubnisfreie Waffenimitationen und Messer verkauft werden. Gleichzeitig gibt es in der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes Mord und Totschlag auf offener Straße, ohne dass es auch nur ansatzweise einen vergleichbaren Aufschrei gibt. Würde es sich wirklich um einen Witz handeln, hätten wir unter die Zitate nur "Ohne Worte" geschrieben. Aber leider ist das wohl alles Ernst gemeint.
AntwortenLöschenHallo liebe Jaddfreunde.. ich habe genauso zufällig euren Bericht gefunden wie ihr den über die Demo.. nach dem hatte ich nämlich eigentlich über Googel gesucht.. nur bevor hier irgendwelche definitiven Falschaussagen verbreitet werden.. ich habe dem Protest beigewohnt (und nein, ich bin nicht die Frau mit dem Ghandi Film).. es waren alles Anwohner der Südstadt bis auf ggf. Presse oder Ratsmitglieder. Es wurde auch niemand Aufgewiegelt oder Erpresst dort hin zu gehen.. die Organisationen und die Kirche haben sich den Bürgern zur weiteren Unterstützung angeboten, welches auch dankend angenommen wurde.. alles andere ist Schwachfug.. Weitere Kommentare zur Sache werde ich hier nicht darbieten da das wohl eh keinen Zweck hätte.. aber eins muss ich dann doch noch loswerden.. Mahnwachen von Seiten der Waffeprofraktion angesicht des aktuellen Mordgeschehens in der Stadt kann ich komischerweise auch nirgendwo entdecken.. komisch gell.. wo ihr doch so schockiert seid wäre es doch mal an der Zeit Flagge zu bekennen.. Schöne Jroß aus der Südstadt
AntwortenLöschenBitte genau lesen. Hier werden gar keine Aussagen verbreitet, sondern Zitate und Kritik an Kommunikationsform und -inhalt sowie Zweifel geäußert. Es steht nirgendwo, dass jemand erpreßt wurde, an der "Demo" teilzunehmen etc. Um es zu wiederholen: Wir mißbilligen entschieden, dass Kritik darin mündet, jemandem das Recht auf seine wirtschaftliche Existenz abzusprechen (es wird mehrfach ausdrücklich gefordert, dass der Laden weg muß). Wir mißbilligen ebenso, daß jemand, der unbescholten einem zulässigen Geschäft nachgeht derartig öffentlich stigmatisiert ist. Und wir mißbilligen Aussagen, die geeignet sind, den Eindruck zu erwecken, mit Imitationen würden Kriege geführt, Verbrechen begangen oder Kinder irregeleitet. Außerdem: Wir denken, dass bei uns und unseren Lesern keine Leute aus der "Waffenprofraktion" dabei sind. Die Vermengung von Waffen insgesamt - von der Atombombe bis zum Jagdgewehr und von der illegalen Waffe Krimineller bis zum Legalbesitz - ist eine unzulässige Verallgemeinerung, die ebenfalls geeignet ist, zu stigmatisieren. Mahnwachen u.ä. sind generellnicht unser Stil und selbst, wenn wir wollten, als nicht in Köln ansässig, könnten wir an derartigen Freizeitaktivitäten gar nicht teilnehmen. Es geht auch gar nicht um Köln und die hier behauptete Solidarität der Südstadt bis hin zum Kneipenwirt, es geht um einen Beispielfall über den Umgang miteinander! Und zum Thema Südstadt finden sich auf den Kommentarseiten des Kölner Stadt Anzeigers auch ganz schön kontroverse Stimmen.
AntwortenLöschenIch weiß, was in Köln los ist, die haben doch seit 11. Nov. wieder Karneval. Aber Mal im Ernst: Dieser "Protest" ist m.E. maßlos und unangemessen. Aber so kennen wir es. Phänomene schwerer Gewaltkriminalität mit illegalen Waffen werden nebenbei abgehandelt und irgend so ne Lappalie wie ein Messer-/Softairladen (Hallo?) führt zum Mahnwachen (!) und Straßenprotest. Liebe Leute, das ist doch weder Stuttgart 21 noch das Ende der DDR.
AntwortenLöschenIch habe die zahlreichen Artikel jetzt auch mal durchstöbert. Ist schon teilweise sehr wunderlich mit welchem verbalem Ausmaß da Kommentiert wird. Nur habe ich das jetzt richtig verstanden? Wird dort nicht in erster Linie Kritik an der Wahl des Standortes des Geschäftes geübt? Da gab es wohl laut Kommentar bereits schon mal anderswo so einen Fall in Zusammenhang mit der Firma welche dort ihre Filliale Eröffnet hat.
AntwortenLöschenJa, die armen Kinder könnten verführt werden, wenn sie nicht mehr an den gewohnten Peep-Shows, Spelunken und Spielhöllen vorbei kommen, sondern auf einmal so ein Schweizer Messer oder Plastikgewehr im Fenster sehen. Aber ehrlich, wie viele Kinder wohnen denn dort in der Südstadt? Gut, dass die Kneipenwirte, die natürlich niemals einem unter 16 ein Bier verkaufen, da mithelfen die zu schützen...
AntwortenLöschenNaja. Soweit ich das beurteilen kann haben von ihnen beschriebene Lokalitäten eben genau keine Schaufensterauslage die aufstoßen könnte wenn Kinder daran vorbeimaschieren. Aber sie als Kölscher :) kennen sich ja da bestens aus.
AntwortenLöschenHallo, schön dass Sie alle mitdiskutieren. Das ist ja Sinn der Sache: Eine ergebnisoffene Diskussion ohne Stigma und Ausgrenzung. Ich selbst kenne die Örtlichkeit nicht. Ich bezweifele aber, - ob das Umfeld jetzt in dem konkreten Fall diese Lokale etc. aufweist oder nicht - dass Kinder - sollten denn tatsächlich welche dort vorbeigehen - zu Kriminellen etc. werden, nur weil sie ein Messer oder eine Softair sehen. Ich fürchte eher, dass das Repertoire an Gegenständen, die an Großstadtschulen teilweise mitgeführt werden, bei weitem das übersteigt, was da in dem Laden angeboten wird. Und es dürften auch die Bilder aus TV, Internet, Printmedien und Werbung Sehgewohnheiten etabliert haben, die drastischeres als eine Plastikwaffe als "normal" erscheinen lassen. Aber darum ging es in dem Beitrag nicht primär, sondern um die Form in der diese Auseinandersetzung geführt wird. Es hat ja in den zitierten Texten nicht mehrheitlich gestanden "Wir regen an, dass die Auslage überarbeitet wird", sondern sinngemäß: der Laden muß weg. Wie gesagt, so leichtfertig kann man mit wirtschaftlichen Existenzen von Menschen nicht umgehen und es ist auch nicht zweckdienlich, fälschlicherweise von der Kriegsrelevanz solcher Imitate zu sprechen oder anzunehmen, dass dadurch Kinder zu Verbrechern würden. Besonders stößt mir persönlich auf, dass unweit davon - jedenfalls in der gleichen Stadt - auf offener Straße Menschen getötet werden und eine auch nur ansatzweise ähnliche Entrüstung ausbliebt. Was zählt den irgendein erlaubter Laden gegen einen solchen Gewaltausbruch mitten unter uns? UnD: Ich mag einfach keine Mahnwachen vor Geschäften, gerade in Deutschland nicht.
AntwortenLöschenGuten Tag.
AntwortenLöschenAlso erstmal schön das hier angestrebt wird bei aller Brisanz des Themas sachlich zu bleiben. Ich hoffe das lässt sich auch so fortsetzten. Das die Verrohung der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf Gewalt durch zutun der allgemein zugänglichen Medien und Unterhaltungsindustrie in vollem Gange ist steht glaube ich ausser Frage. Ich muss allerdings auch einmal in den Raum werfen das durch eine legitime zur Schau Stellung, egal ob Spielzeug oder Echtwaffe dem nicht grade entgegengewirkt wird. Von Mahnwachen halte ich indes auch recht wenig. Mit wirtschaftliche Existenzen sollte nicht leichtfertig verfahren werden, da harmoniere ich mit meinem Vorredner, doch sollte erhöhte Aufmerksamkeit erbracht werden wenn Konzerne oder Branchen sich in Bereiche vortasten (im Bezug auf Standort gesehen)welche bis dato mehr oder weniger Tabu waren. So beginnt in vielen Fällen nämlich Abstumpfung und Verharmlosung.
Abstumpfung und Verharmlosung sehe ich allerdings dadurch gegeben, dass ein echter, brutaler Mord auf offener Straße (wie ich jetzt gesehen habe ist neben dem Tatort eine große Versicherung, die Verkehrsbetriebe, ein Hotel etc.) vergleichsweise weniger Erregung hervorruft, als Waffenimitationen. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Und ob jetzt die Spielhöllen (Spielsucht), Kneipen (Alkoholmißbrauch) und Sexkinos (Vermittelung eines falschen Bildes von Sexualität/den Geschlechtern) eine Auslage aufweisen oder nicht, ist doch zweitrangig, es gibt sie dort als Teil des normalen Straßenbildes - ohne dass irgendwer protestiert hätte. Und von einem Konzern ist glaube ich bei dem Laden nichts festzustellen (im Gegensatz zu den Waffenexporteuren, bei denen Deutschland ja ganz vorne mit dabei ist - die werden allerdings kaum für die Jagd eingesetzt - man sieht wieder, mit dem Begriff Waffe muß differenziert umgegangen werden). Und schließlich: Mir ist keine ernstzunehmende wissenschaftliche Studie bekannt, die einen Zusammenhang von Softair und Gewaltverbrechen/Krieg belegt. So lange das nicht der Fall ist, entstammt entsprechendes Unbehagen doch entweder einem Bauchgefühl oder einer politisch instrumentalisierten Pseudo-Erregung. Wie schon an anderer Stelle gesagt, es ist heute so schön einfach bei "den Guten" und "Widerstandskämpfer" zu sein.
AntwortenLöschenVielleicht muß man da aus Köln sein, um das zu verstehen, aber ich verstehe die Aufregung um den Laden nicht. An anderer Stelle verkauft diese Kette Zigaretten und Tabak, da sollten unsere Gutmenschen Mal protestieren. Dadurch sterben neben im Gegensatz zu Schweizer Sackmessern wirklich Menschen. Aber das liegt ja nicht so recht im Mainstream und ist auch nicht so sexy wie "Waffen".
AntwortenLöschenPR-Studium 1. Semester: Wenn Du Oberfläche herstellen willst, zB weil Du ne Partei oder Vorfeldorganisation bist oder sonstwie Sendungsbewußtsein hast oder auch, weil Dir sonst keiner zuhört, schaffe Dir Ereignisse, wenn es keine gibt. Diese Pseudo-Themen werden ganz bewußt konstruiert, zugespitzt und wiedergekeut, um sich selbst und seine Ziele darzustellen.
AntwortenLöschenIch nehme an, dass es sich hier in erster Linie um Aktivisten, nicht um Anwohner gehandelt hat und ich nehme auch dem Gros die schwere Betroffenheit nicht ab. Das ist Politik. Der Laden hatte halt Pech, dass er an einer Stelle mit einem potenziell sympathisierenden Umfeld und mit einem Thema platziert ist, dass er eine leichte Angriffsfläche bietet. Wenn der pleite geht, Pech gehabt. Ist ja eigentlich ganz cool, zwischen 2 Einkäufen und nem Punsch schnell was Gutes zu tun, so gegen den Krieg und Gewalt und überhaupt.
Aber jetzt ist ja Kälteeinbruch, mal sehen, wie viele da nächsten Samstag stehen. Dass mir aber keiner von den Aktivisten die gefährlichen Outdoor-Klamotten kauft, die ich da im Film gesehen habe! Bitte Selbstgestricktes aus fair gehandelter Wolle.
Ich finde es schlimm, dass es wieder so weit ist, dass jemand bestimmen möchte, was gut und richtig für mich sein soll. Und wenn ich anders denke, dann stellt mich so ein seltsamer Pfarrer durch einen Protest an den Pranger! Was sie mit der Demokratie nicht schaffen, dass versuchen sie nun durch Minderheitenproteste aller Art zu bestimmen? Widerlich!
AntwortenLöschenMob vor Geschäften, die unerwünscht sind? Die Kunden sollen sich beobachtet und unbehaglich fühlen, wenn sie das Geschäft betreten. Irgendwann habe ich so etwas mal im Geschichtsunterricht gehört.
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