- die Bevölkerungszunahme führt zur Rodung von Land (der Lebensraum des Wildes nimmt ab)
- die nicht angepasste Landnutzung (Überweidung) führt zu Versteppung (der Lebensraum nimmt ab)
- Fleischkonsum (die Bevölkerungszunahme wirkt auch hier verschärfend) führt zu kommerzieller Fleischwilderei
- Bedarf an illegalem Elfenbein, Rhino-Horn und Krokodilleder – zumeist aus Asien – führt zu Wilderei
- Bürgerkrieg und andere bewaffnete Konflikte führen zu Wilderei und zum Zusammenbruch der Ordnung (inklusive Passivität bzw. Rückzug der Wildhüter)
Selbst Spezies wie Löwen, die in Deutschland aktuell eine starke Popularität durch PR-Aktionen von „Tierschützern“ haben, und wo sich auch männliche Tiere an der Aufzucht beteiligen, können mit einer einfachen Maßnahme trotz Trophäenjagd davor bewahrt werden, bedroht zu werden: „In species such as lions, excessive trophy hunting could theoretically cause male replacements (and associated infanticide) … Although our simulation confirm that infanticide increases the risk of population extinction, trophy hunting could sustained simply by hunting males above a minimum age threshold.” Diese Aussage von Whitman et al basiert auf Daten aus über 40 Jahren.
Der Autor Caspary stellt in einer Studie für die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit sogar fest, dass die Abwesenheit von Trophäenjagd geradezu Bedingungen für die illegale Dezimierung des Wildes schafft:
„Sport hunting - one of the main hunting activities in southern Africa - is banned in half of the West African countries. … The strategy of exclusive management and imposing a ban on hunting has led to an increase of illegal game exploitation activities in the informal sector - the so-called bushmeat sector. The general prohibition of hunting has created an environment of free trade, ranging from game harvest to commercialization of meat and other hunting products. Game hunted within the framework of village-based hunting is commercialized both inside and outside the production region. The equipment currently used by communal hunters is unsuitable for rational fauna utilization as it does not permit selective hunting.”
Schüle überzeugt wieder durch Zahlen: In Tansania wurden in einem Jahr rund 451.000 Tiere erlegt. Jagdtouristen erlegten davon lediglich 4.000 (0,89%). Legitime Fleischjagd führte zur Erlegung von 30.000 Tieren (6,65%), Abschuss von Schad- bzw. Problemtieren (Problem Animal Control) erfolgte in 7.000 Fällen (1,55%). Der kommerziellen Wilderei fielen hingegen rund 410.000 Tiere zum Opfer (91%).
Wahrnehmung in Europa
Trotz dieser offensichtlichen Vorteile wird die Trophäenjagd im Ausland in Deutschland häufig sehr kritisch bewertet, obwohl gegen diese Bewertung speziell bei deutschen Jägern eine Reihe zusätzlicher Gründe sprechen:
- deutsche Jäger verfügen mit dem Jagdschein über eine international einzigartige umfangreiche und staatlich vorgeschriebene Ausbildung
- sie besitzen einen hohen Organisationsgrad (über 80% sind Mitglied in Landsjagdverbänden) und diese Organisationen sowie die jagdlichen Ausbildungseinrichtungen vermitteln und vertreten einen international einmaligen ethischen Kodex (das Prinzip der Waidgerechtigkeit), der sogar im deutschen Jagdrecht festgeschriebenen ist und dessen Geltung sich nicht auf Deutschland beschränkt, sondern ein allgemeines Handlungsprinzip gegenüber Wild und Umwelt vorschreibt
- deutsche Jagdreiseveranstalter unterliegen deutschen Gesetzen und können lokale Anbieter mit illegalen oder unethischen Jagdpraktiken auch schon wegen des hohen Maßes an Transparenz nur schwer tolerieren, die durch Fachmedien (Jagdzeitschriften wie z.B. Jagen Weltweit oder Der Jäger), Jagd- und Reiseberichte im Internet und Interessenvertretungen von Auslandsjägern entsteht
„Als einzige Form unschädlicher Nutzung gilt in der öffentlichen Meinung, wenn Touristen im Minibus und mit der Videokamera durch Nationalparks fahren. … Der ‚Großwildjäger’ ist demgegenüber in der Öffentlichkeit eher negativ besetzt. … Dabei ist der Jäger einer der ganz wenigen Leute, die für den Erhalt der Tierwelt bares Geld bezahlen. Sicher, auch ein Fototourist bezahlt Eintrittsgelder, wenn er einen Nationalpark betritt. In vielen Fällen (nicht in allen) reicht dieses Geld aber noch nicht einmal aus, um die Kosten des Tourismus zu bezahlen, geschweige denn, dass es viel zum Unterhalt der Parks beiträgt. Fast alle Nationalparks in Afrika sind deshalb auch hoch defizitär. … Auf die frei lebende Tierwelt in Afrika bezogen, bedeutet Nutzung die Gewinnung von Fleisch, Häuten, Hörnern oder Elfenbein, sowie Fototourismus und die Erlegung von Tieren durch Jagdgäste, die dafür ein Entgelt leisten. Die häufig angewandte Unterteilung in konsumtive und nicht-konsumtive Nutzung ist irreführend, da auch der vermeintlich ‚nicht-konsumtive’ Fototourismus die Ressource Naturraum verbraucht und sie als Massentourismus schwer schädigen kann. Kontrollierte Safarijagd als ‚konsumtive’ Nutzung hat demgegenüber meist eine geringere Naturbelastung zur Folge. Insofern verdient sie den heute vielfach irreführend benutzten Begriff ‚Ökotourismus’.“
Eine ähnliche Meinung vertritt Schüle und stellt in seinem Resümee fest:
„Die Arbeit hat ergeben, dass ökosystemgerechter Jagdtourismus wie keine andere Form des Tourismus die idealistischen Ansprüche des Ökotourismus abdeckt und die festzustellende Ablehnung eines gesetzlich abgesicherten und nachhaltigen Jagdtourismus jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Sie basiert nahezu ausschließlich auf emotionalen und an Einzelfällen festgemachten Argumenten, die für eine dem Naturschutz kontraproduktive Meinungsbildung missbraucht werden, indem das mangelnde Verständnis der Öffentlichkeit für ökosystemare Zusammenhänge und die Notwendigkeit zu einer Bewirtschaftung der Wildtiere durch das bewusste Verschweigen von Tatsachen manipuliert wird.“
Nicht die Trophäenjagd im Ausland ist ein Kolonialrelikt, sondern im Gegenteil trägt ihre versuchte Ächtung durch westliche Kritiker neokolonialistische Züge, wie der CIC berechtigt feststellt, denn es handelt sich dabei um die Entscheidung souveräner Staaten im Sinne ihres Wildes und ihrer Bevölkerung:
„Article 3 of the Convention on Biological Diversity states that it is the sovereign right of nations to use their own resources in compliance with their environmental policies. Numerous states – including many developing countries – make use of their wildlife through controlled hunting. Increasingly, noticeable revenues are finding their way towards local rural populations – or are reinvested into the conservation of wildlife. Emotional and ideological attacks from the animal rights movement originating from the industrial countries of the northern hemisphere against such forms of use are rightly viewed by developing nations as an attack on their sovereignty and a clandestine form of ‘neo-colonialism’. It is ethically questionable that certain non-governmental organizations, which drive these anti-use campaigns in rich countries, collect immense sums through donations of the unsuspecting public, and spent most of it for themselves or on elaborate PR campaigns. At the same time, the rural populations of the poor countries and the game populations there get little or nothing.”
Lindsay et al identifizieren Einzelfälle fehlender Waidgerechtigkeit als Anlässe für Negativberichterstattung über die Afrikajagd:
„Some hunting activities, conducted by a minority of operators, undermine the public’s perception of trophy hunting as a conservation tool and have prompted legal restrictions in several countries. Many of these activities have little relevance for conservation per se, but attract negative press and foster support for hunting bans. These include shooting from vehicles; shooting young or uncommon animals; luring animals from parks; use of bait, spotlights, and hounds; canned hunting (i.e., where captive-bred animals, typically lions [Panthera leo], are hunted in small enclosures); and put-and-take hunting (where requested trophies are purchased and released immediately prior to the hunt; Damm 2005).”
Nicht zufällig handelt es sich auch um nach dem deutschen Jagdgesetz verbotene und in der deutschen Jägerschaft weit überwiegend geächtete Praktiken.
Allerdings sind es nicht nur die kriminellen oder unethischen Einzelfälle, die zur verzerrten Wahrnehmung von Trophäenjagd im Ausland beitragen. Es ist die vielmehr die professionelle Public Relations von Organisationen, deren finanzielle Existenz davon abhängt, unter dem Label „Tierschutz“ oder „Naturschutz“ Spendengelder von Westeuropäern oder Nordamerikanern zu erzielen. Missbrauch von als niedlich oder bemitleidenswert empfundenen Tieren besitzt einen hohen Nachrichtenwert in den Medien dieser Gesellschaften.
Baldus verortet die Urheber dieser Fehlwahrnehmung ebenfalls in Europa und schreibt:
„Trotz der bei großen Naturschutzorganisationen wie z.B. dem WWF inzwischen vorherrschenden Akzeptanz der nachhaltigen Entnahme von Wildtieren, sei es durch kontrollierte Trophäenjagd oder durch die lokale Bevölkerung, gibt es in Westeuropa und den USA eine Vielzahl von finanziell starken Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen, die Wildtiernutzung in ihrer ‚konsumtiven’ Form generell, vor allem aber in Afrika, ablehnen und Lobbyarbeit zu deren Unterbindung betreiben. Geworben wird vor allem mit ‚kuscheligen’ Tieren wie Robbenbabies, da sie die Emotionen des Publikums bedienen und sich auf diese Weise besonders viele Spendengelder einsammeln lassen.“
Ein Positionspapier des Bundesamtes für Naturschutz stellt in ähnlicher Weise fest:
„Insbesondere in Westeuropa und den USA gibt es eine Vielzahl von großen, einflussreichen Tierschutzorganisationen, die die Wildtiernutzung in ihrer ‚konsumtiven’ Form generell ablehnt. Das Interesse richtet sich dabei vor allem auf Emotionen anregende Tiere wie Afrikanische Elefanten und andere Großtierarten.“
Dabei unterstützt die ethische Perspektive viel eher die Trophäenjagd, als deren Verbot, wenn man den Nutzen für die Bevölkerung, das Wild und alle anderen an der Jagd mittelbar oder unmittelbar Beteiligten berücksichtigt. Und auch die Wildbiologie spricht nicht gegen die Trophäenjagd. Im Gegenteil: „Die Forderung nach generellem Totalschutz lässt sich in biologischer Hinsicht nicht wissenschaftlich rechtfertigen. Wirtschaftlich ist sie ebenfalls nicht plausibel, im Gegenteil. Arme Entwicklungsländer können sich Nutzungsverbote für vorhandene natürliche Ressourcen – von begründeten Ausnahmen abgesehen – nicht leisten. Wenn Wild keinen Wert hat, wird es außerhalb der Nationalparks Maisfeldern und Kühen weichen. Die bestenfalls ethisch, meistens aber ideologisch begründeten Anti-Nutzungskampagnen schaden deshalb ihrem vorgeblichen Ziel, nämlich der Erhaltung der Wildbestände.“
Der World Wildlife Fund (WWF) Südafrikas beschreibt deshalb realistischer als viele der genannten westlichen Organisationen:
„WWF-South Africa regards hunting as a legitimate conservation management tool and incentive for conservation, and regularly engages with major game hunting associations to promote ethical hunting and combat inhumane practices. … WWF acknowledges that trophy hunting, where it is scientifically based and properly managed, has been proven to be an effective conservation and management tool in some countries and for certain species. That is particularly the case in areas where alternative sources of income or land use practices are unlikely to bring in much needed funds for people or wildlife, or to create sufficient incentives for conservation (as opposed to other forms of land use). In addition, there is evidence that in some areas where trophy hunting is used as one of a range of conservation tools, poaching of both the hunted species and other species in the habitat has been reduced.”
Unlängst machten dennoch insbesondere die beiden „Tierschutzorganisationen“ Vier Pfoten und PETA, die sich durch teils extreme Forderungen wie den totalen Verzicht auf Fleisch oder andere tierische Produkte auszeichnen und sich u.a. durch massive Spendenkampagnen finanzieren, durch Berichte über Canned Hunting in Südafrika auf sich aufmerksam, die sie geschickt vor der Fußballweltmeisterschaft lancierten. Daher finden sich jetzt neben Headlines wie „PETA fordert Mitgefühl für Meerestiere. Respektieren statt essen“ und „Angeln und Fischen: Todeskampf im Wasser“ schließlich auch Aussagen wie:
„Löwenjagd in Südafrika: Ein blutiger Schandfleck Deutschlands … Während aktuell die Jagd auf Löwen in Südafrika diskutiert wird, ist Deutschland aber auch gleichzeitig der drittgrößte Nutznießer und ein Förderer dieses tierquälerischen Blutrausches im diesjährigen Fußballweltmeisterschaftsland.“
Dabei findet beim Rezipienten erstens eine bedauerliche Verkürzung von Canned Hunting auf Auslandsjagd generell statt und zweitens führt diese Darstellung, wenn sie weder lokales Recht noch die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung berücksichtigt, zu Fehlern in der Berichterstattung. So heißt es z.B. in einem Bericht:
„Für die ungeübte Schützin wird ein Stativ aufgestellt, sie braucht nur noch abzudrücken - und trifft den Löwen mit mehreren Schüssen.“ Oder „Dem Reporter wird anhand eines Prospekts der genaue Abschuss des Löwen erklärt: ‚Schieße niemals dem Löwen ins Herz, denn wenn du in das Herz triffst, spritzt das ganze Blut herum, das Herz kann sogar explodieren.’“
Hat niemand hat dem Autor erklärt, dass
- man das Shot Placement bei fremden Wildarten im Sinne des schnellen Tötens natürlich genau nehmen und bei fremden Wild lernen muss (wobei sich ein Jäger wohl kaum der zitierten unwaidmännischen Beschreibung bedienen würde),
- Berufsjäger bzw. sogar in Einzelfällen Naturschutzbeamte den Jagdgast begleiten müssen, um eine Übereinstimmung mit dem lokalen Gesetz sicherzustellen und
- dass der stehend freihändige Schuss auf Wild viel weniger sinnvoll ist, als der vom in Afrika weit verbreiteten Dreibein (Tripod), da das Wild so sicherer und schneller getötet werden kann. Der Einsatz des Dreibeins muss wie der anderer Hilfsmittel (z.B. Zweibein, Anstreichen, Auflegen) nicht nur erlernt werden, sondern ist Zeichen sorgfältiger Schussabgabe, nicht des Gegenteils?
Vier Pfoten offenbart an anderer Stelle seine Ablehnung der Jagd:
„Zahlreiche Jagdpraktiken, die das geltende Bundesjagd-Gesetz erlaubt, stehen inhaltlich im Widerspruch zum Tier- und Naturschutzgesetz: Individuen gefährdeter Arten werden getötet; Tiere auf andere gehetzt oder Wirbeltiere ohne Betäubung getötet. … Eine kleine Minderheit von ca. 0,41% der Bevölkerung genießt weitgehende Rechte. Das gängige Jagdrecht beschneidet die Eigentumsrechte von Grundeigentümern. … Einige Jäger schießen ohne die erforderliche Schießfertigkeit und Artenkenntnis oder der ökologischen Zusammenhänge“.
Was diese Organisation hier beschreibt ist erstens geltendes Recht und zweitens sind ihre Aussagen – vorsichtig ausgedrückt – sehr umstritten.
Die Haltung dieser „Tierschützer“ aus einem Land, in dem im Rahmen der Massentierhaltung selbst unter „Bio-“ und ähnlichen Labeln Schlachttiere noch ohne Betäubung kastriert werden, Schnäbel beschnitten, Zähne abgekniffen und Schwänze von Nutztieren kupiert werden dürfen (natürlich nur in Ausnahmefällen) und Tiere in wenigen Wochen Gewichte erreichen, für die früher Jahre benötigt wurden, nur damit die Versorgung mit billigsten Proteinen weiter geht (siehe den Titelbericht im aktuellen Stern), kann als inkonsequent verstanden werden. Der Begriff der Waidgerechtigkeit scheint unbekannt zu sein (?). Dies Versäumnis wiegt deshalb besonders schwer, weil, wie das Standardwerk über jagdliches Brauchtum definiert, das Gebot der Waidgerechtigkeit ein prägender Bestandteil unserer jagdlichen Kultur ist und entsprechende Forderungen an den Jägers schon im 14. Jahrhundert bei Hademar von Laber identifiziert werden können. Die umgangssprachliche Beschreibung „Waidgerecht jagen heißt anständig jagen“ sollte auch dem Außenstehenden zeigen, dass Canned Hunting abzulehnen ist.
Resümee
Im vorliegenden Text ging es darum, wissenschaftliche Belege für den nachhaltigen Nutzen der Auslandsjagd in Afrika anzuführen, um Fehlinformationen zu korrigieren. Zahlreiche überzeugende internationale Belege aus vielen Einzelbetrachtungen afrikanischer Staaten, aber auch Querschnittsbetrachtungen mehrerer afrikanischer Staaten mit ausländischen Trophäenjägern liegen vor. Nicht berücksichtigt wurden dabei naturgemäß einige wichtige Aspekte der Jagd in Afrika, die für den deutschen Auslandsjäger wichtig sind und in dieser Form nicht von anderen Touristen nicht oder nicht in dieser Form geteilt werden können: das Erleben und die Herausforderungen einer fremden Tier- und Pflanzenwelt, die Faszination der Jagd in ihrer ursprünglichsten Form, wie der Pirsch, und schließlich auch neue Freundschaften mit schwarzen und weißen Afrikanern und das Lernen-Können von ihren beeindruckenden jagdlichen Kenntnissen. Jäger lernen ihr Jagdreiseland nicht aus einem klimatisierten Bus heraus und auch nicht vom überdachten Geländewagen kennen. Die Pirsch im Busch, die Bergjagd und auch der stundenlange Ansitz erlauben ein viel unmittelbareres Erleben der afrikanischen Natur, und das stundenlange gemeinsame Erleben mit den Afrikanern ist sicherlich anders zu bewerten als der Kontakt zu Personal in der Gastronomie.
Forderungen nach staatlicher Überwachung der Jagd in Afrika sind in vielen Fällen erfüllt, teilweise verhindert lokale Korruption ihre Durchsetzung. Die Verwendung deutscher Jagdreiseveranstalter mit langjährigen Partnern und auch die Auswertung von Reiseberichten von anderen Auslandsjägern schützen dagegen, Teil solcher Machenschaften zu werden. Letztlich ist aber die Beseitigung politischer Missstände in Afrika keine Aufgabe deutscher Jäger, deren Beitrag zu wirtschaftlicher und ökologischer Stabilität bereits beispielhaft ist und (das wird in keiner Studie erwähnt) häufig genug zusätzlich zu privatem Engagement bei lokalen Wohlfahrtsorganisationen führt (freilich ohne sich anschließende PR-Maßnahmen). Eine der letzten internationalen Forderungen an Trophäenjäger im Ausland erfüllen die Deutschen jedenfalls zu weit überwiegenden Teil mehr als andere: Das Handeln nach einem bestimmten Ethos, der unfaire Jagdmethoden ächtet. Mit der Kulturleistung der Waidgerechtigkeit, die nicht nur in Namibia durchaus weiterverbreitet wurde, tragen die zwischen 10 und 15 Prozent der insgesamt rund 100.000 deutschen Auslandsjäger, die in Afrika jagen, jedenfalls dazu bei, diese Forderungen zu erfüllen.
Literatur
- J. E. Baker: Trophy Hunting as a Sustainable Use of Wildlife Resources in Southern and Eastern Africa. Journal of Sustainable Tourism 4/1997.
- R. D. Baldus: Braucht Afrika die Jagd? In: Jagdzeit International 1/2010.
- R. D. Baldus: Antilopen statt Rinder? Afrika Post 8/1987.
- Botswana Wildlife Management Association (Hg.): Final Report: Economic Analysis of Commercial Consumptive Use of Wildlife in Botswana. Leamington Spa 2001.
- International Council for Game and Wildlife Conservation (Hg.): Best Practices in Sustainable Hunting. A Guide to Best Practices From around the World. Budakeszi 2008.
- H. U. Caspary: Wildlife Utilization in Côte d’Ivoire and West Africa - Potentials and Constraints for Development Cooperation Tropical Ecology. Eschborn 1999. (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit)
- W. Frevert: Jagdliches Brauchtum und Jägersprache. Stuttgart 2007.
- C. Große, P. Boye, U. Grimm, H. Haupt, H. Martens und M. Weinfurter: Trophäenjagd auf gefährdete Arten im Ausland. Bonn 2001. (Bundesamt für Naturschutz-Positionspapier)
- M. N. Humavindu und J. I. Barnes: Trophy hunting in the Namibian Economy: An Assessment. In: South African Journal of Wildlife Research 2/2003.
- D. E. Lewis und P. Alpert: Trophy Hunting and Wildlife Conservation in Zambia. In: Conservation Biology 1/1997.
- P. A. Lindsey, R. Alexander, L. G. Frank, A. Mathieson und S. S. Roman: Potential of Trophy Hunting to Create Incentives for Wildlife Conservation in Africa Where Alternative Wildlife-based Land Uses May Not Be Viable. In: Animal Conservation 2006.
- P. A. Lindsay, R. Alexander, L. G. Frank, A. Mathieson und S. S. Roman: Trophy Hunting and Conservation in Africa: Problems and One Potential Solution. In: Conservation Biology 2006.
- C. Schüle: Ökosystemare Aspekte von Wildtiernutzungsstrategien auf der Südhalbkugel. Trier 2001. (Dissertation).
- P. van der Merwe und M. Saayman: Determining the Economic Value of Game Farm Tourism. In: Koedoe 2/2003.
- K. Whitman, A. M. Starfield, H. S. Quadling und C. Packer: Sustainable Trophy Hunting of African Lions. In: Nature 11/2004.
- D. S. Wilkie und J. F. Carpenter: The Potential Role of Safari Hunting as a Source for Revenue for Protected Areas in the Congo Basin. In: Oryx 33/1999.
Kritische Berichte zu den "Tierschutzorganisationen" Vier Pfoten" und PETA
- Die Weltwoche, Zürich: "Die Tierschützer von 'Vier Pfoten' nehmen in der Schweiz Millionen an Spendengeldern ein. Hinter den rührenden Geschichten um gerettete Tiere sieht es allerdings eher unerfreulich aus: Die Organisation ist geprägt von Ineffizienz, Inkompetenz und Mobbing." http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-12/artikel-2010-12-pfoten-auf-abwegen.html
- Wikipedia-Artikel zu PETA, beschrieben wird u.a. Nähe zu kriminellen Tierrechtsaktivisten, ethisch zweifelhafte Kommunikationsmethoden (Holocaust-Vergleich) und sektiererische Züge: http://de.wikipedia.org/wiki/PETA#Kritik
- Hannoversche Allgemeine Zeitung: Kritischer PETA-Artikel "Terror im Namen der Tiere". http://www.scribd.com/doc/21511649/peta-terror-im-namen-der-tiere
- Kritisches Watch-Blog zu PETA: http://www.petakillsanimals.com/, Deutsch: http://petatotettiere.de/
Skandale und immer wieder Spendenaufrufe
- Skandalbericht der "Tierschutzorganisation" Vier Pfoten zur "Löwenjagd": http://www.vier-pfoten.de/website/output.php?id=1238&idcontent=3323&language=1
- "Tierschutzorganisation" Vier Pfoten zur Jagd Allgemein ("einige Jäger wissen nur wenig über ökologische Zusammenhänge"): http://www.vier-pfoten.de/website/output.php?id=1039&idcontent=3233&somany=30&keywords=jagd
- Immer noch Vier Pfoten: Ist Jagd schlimm?: http://www.vier-pfoten.de/website/output.php?id=1039&idcontent=1566&language=1
- Skandalbericht Löwenjagd: http://www.peta.de/loewenjagd und http://www.peta.de/web/loewenjagd_in.3357.html
- Weiterer Skandalbericht von PETA zur Fallenjagd (fiktive Behauptungen von Jägern - z.B. Fallen werden nur von Wilderen bestellt - werden widerlegt): http://www.peta.de/web/fallenjagd.783.html
Medien"bericht" zur Löwenjagd
- Skandalbericht von RTL: Deutsche Zoo-Löwen zum Abschuss freigegeben: http://www.rtl.de/cms/information/punkt12/punkt12_reporter_loewenjagd.html
PETA und Vierpfoten: Das sind wirklich die üblichen Verdächtigen. Ihre Straßenwerbung paßt gar nicht zu diesem edelen Bild: Mögen Sie Tiere, bedrängt mich doch neulich einer in der Fußgängerzone. Eine Anregung: Versuchen Sie doch Mal bei PETA aktiv zu werden, ich meine zu irgendeiner Gruppen hinzugehen und mitzumachen. Konspirativ? Ich finde schon.
AntwortenLöschenNachtrag Ende August 2010: Gestern Abend wieder Mal ein Bericht über Auslandsjagd im TV (Sendung "Natürlich Steffens"). Ein Phänomen, das wir schon aus der Berichterstattung über Waffen(recht) kennen: Emotionalisieren, Verallgemeinern, Aktionsmus. Da sitzt eine Vertreterin von "4 Pfoten" im Studio und ruft dazu auf, gegen "Canned Hunting" zu unterschreiben. Eine Differenzierung zur Jagd allgemein und zur Tierzucht findet nicht statt. Auch nicht Seitens des Moderators. Jagd wird auch vom ihm als Abknallen abqualifiziert. Man kann gerne online die Petition unterzeichenen. 100.000 Unterschriften habe man schon (wie viele Unterzeichner haben das "Problem" verstanden?). Im Film gezeigt wurden Dedekind Safaris und ein älterer, rüstiger deutscher Jagdgast. Beide machen einen guten, authentischen Eindruck, keine Blutbilder, keine Rambos. Der Mann ist auch in Deutschland ein erfahrener Jäger, war mehrfach in Afrika. Es ist schwer, dies negativ zu verzerren. Es ist mir aber auch schwer zu bestimmen, was diese Leute antreibt. "Professionelle" und einheimische Jäger dürften ja jagen (dabei ist die Fleischjagd letzterer die schädlichste). Ich denke, das Menschenbild dieser Leute ist das Problem. Sie tolerieren nicht, dass Menschen Jagd Freude macht. Ich schlage Mal eine Filmserie über NGOs und ihre Kommerzialisierung vor: Dient Fundraising zur Existenzsicherung? Gibt es einen Fokus auf im Westen vermarktbare Projekte, der nicht der globalen Problemstellung entspricht? Wird an Mitleid appelliert und werden Aussagen unzulässig verkürzt? Das könnte man ja Mal zu beantworten versuchen. Und wer spenden will, kann das ja bei Reporter ohne Grenzen tun.
AntwortenLöschen